Artikel aktualisiert am 19.03.2024
von Boris Stippe | ca: 12 Min. zu lesen

Aufdachinstallation

Wie montiert man Solarmodule auf dem Dach?

Als Aufdachanlage bezeichnet man die Montage von Solarmodulen auf dem Dach eines Gebäudes oder einer Struktur. Die Solarmodule werden in der Regel auf speziellen Gestellen befestigt und können so Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln.

Aufdachinstallation einer Solaranlage
Aufdachinstallation einer Solaranlage (Bildquelle: Marina Lohrbach – stock.adobe.com)

Eine Aufdachanlage im Bereich der Solarenergie bezieht sich auf die Montage von Solarpaneelen auf dem Dach eines Gebäudes oder einer Struktur. Die Solarpaneele werden in der Regel auf speziellen Halterungen befestigt, die an die Dachkonstruktion angepasst sind. Diese Halterungen können in verschiedenen Ausführungen erhältlich sein und müssen an die Dachneigung und -beschaffenheit angepasst werden, um eine optimale Ausrichtung der Paneele zu ermöglichen.

Mit einer Aufdachanlage können Gebäude und Bauwerke zu ihrer eigenen Energieversorgung beitragen, indem sie Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln. Dieser Strom kann entweder direkt im Gebäude genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Dabei kann eine Aufdachanlage nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sein. Insbesondere bei Neubauten oder Sanierungen sollte daher die Möglichkeit der Solarenergienutzung auf dem Dach in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus bieten verschiedene Förderprogramme und steuerliche Vergünstigungen Anreize für die Installation von Solaranlagen auf Dächern.

Wie funktioniert eine Aufdachanlage?

Eine Dachanlage zur Gewinnung von Solarenergie besteht in der Regel aus mehreren Komponenten, die eng miteinander verzahnt sind. Da sind zunächst die Solarmodule, die auf dem Dach des Gebäudes montiert werden. Diese bestehen aus mehreren Photovoltaikzellen, die die Sonnenenergie in Gleichstrom umwandeln. Die Solarpaneele werden in der Regel auf speziellen Gestellen befestigt, die an die Dachkonstruktion angepasst sind und eine optimale Ausrichtung der Paneele ermöglichen.

Der erzeugte Gleichstrom wird über Kabel und Stecker zu einem Wechselrichter geleitet. Der Wechselrichter ist die zentrale Komponente der Anlage, da er den erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom umwandelt. Dieser Wechselstrom kann dann entweder direkt im Gebäude genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Um den erzeugten Strom im Gebäude nutzen zu können, wird er in der Regel über einen so genannten Zähler erfasst. Damit kann der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms gemessen werden.

Um die Leistung der Anlage zu überwachen, werden häufig so genannte Monitoring-Systeme eingesetzt. Diese ermöglichen es, den erzeugten Strom und die Leistung der Anlage in Echtzeit zu überwachen und eventuelle Störungen schnell zu erkennen und zu beheben.

Eine Aufdachanlage kann je nach Bedarf und örtlichen Gegebenheiten in unterschiedlichen Größen und Ausführungen realisiert werden. Auch die Art der Montage und die verwendeten Komponenten können variieren.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Aufdachanlage erfüllt sein?

Für die Installation einer Aufdachanlage zur Gewinnung von Solarenergie müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst muss das Dach des Gebäudes geeignet sein. Dabei sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, wie die Größe und Neigung des Daches, die Ausrichtung zur Sonne und die Tragfähigkeit des Dachstuhls. Idealerweise ist das Dach nach Süden ausgerichtet und hat eine Neigung zwischen 30 und 45 Grad. Auch die Art der Dacheindeckung spielt eine Rolle. In der Regel eignen sich Ziegel-, Schindel- oder Blechdächer für die Montage von Solarmodulen.

Auch der Standort der Anlage sollte berücksichtigt werden. Mögliche Verschattungen durch Bäume, andere Gebäude oder Hindernisse sollten vermieden werden, da diese die Leistung der Anlage beeinträchtigen können. Lokale Vorschriften wie Bau- oder Denkmalschutzbestimmungen sind ebenfalls zu beachten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Kosten für die Installation der Anlage. Hier sind die Anschaffungskosten für Solarmodule, Wechselrichter, Kabel und andere Komponenten sowie die Kosten für die Montage und eventuelle Zusatzarbeiten, wie z.B. die Verstärkung der Dachkonstruktion, zu berücksichtigen. Auch eine mögliche Förderung durch den Staat oder andere Institutionen sollte in Betracht gezogen werden.

Darüber hinaus sollten die erwartete Leistung der Anlage und der erwartete Strombedarf des Gebäudes gegeneinander abgewogen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Leistung der Anlage von verschiedenen Faktoren wie z.B. der Sonneneinstrahlung abhängt und somit Schwankungen unterliegt.

Insgesamt ist die Installation einer Aufdachanlage zur solaren Stromerzeugung eine komplexe Angelegenheit, die einer sorgfältigen Planung und Umsetzung bedarf. Bei Beachtung der genannten Voraussetzungen und fachgerechter Ausführung kann jedoch eine effiziente und umweltfreundliche Stromversorgung des Gebäudes erreicht werden.

Welche Größe und Anzahl von Solarmodulen werden für eine Aufdachanlage benötigt?

In der Regel haben Solarmodule eine Standardgröße von etwa 1,65 m x 1 m und eine Leistung zwischen 250 und 400 Watt peak (Wp). Für eine typische Aufdachanlage eines Einfamilienhauses mit einer Leistung von ca. 5 kWp werden also etwa 12 bis 20 Solarmodule benötigt. Die genaue Anzahl hängt jedoch von der Größe und Ausrichtung des Daches sowie von der Art der Solarmodule ab.

Die Größe und Anzahl der Solarmodule kann auch durch den Energiebedarf des Gebäudes bestimmt werden. Dabei sollten der durchschnittliche Stromverbrauch des Haushalts, die Anzahl der Bewohner und mögliche zukünftige Veränderungen, wie z.B. die Anschaffung eines Elektroautos, berücksichtigt werden. Die lokale Sonneneinstrahlung und mögliche Verschattungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Es ist auch möglich, die Größe und Anzahl der Solarmodule zu optimieren, um eine bestimmte Leistung zu erzielen. Dabei sind jedoch auch die Kosten der Anlage zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt, dass eine größere Anzahl von Solarmodulen eine höhere Leistung und damit eine höhere Stromproduktion ermöglicht, aber auch mit höheren Anschaffungs- und Installationskosten verbunden ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Größe und Anzahl der Solarmodule einer Aufdachanlage von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Eine genaue Planung und Beratung durch einen Fachmann ist daher empfehlenswert, um die optimale Größe und Anzahl der Solarmodule für die Aufdachanlage zu ermitteln.

Wie hoch sind die Kosten einer Aufdachanlage und wie lange dauert die Amortisation?

Die Kosten einer Aufdachanlage hängen von verschiedenen Faktoren wie der Größe der Anlage, der Anzahl der Solarmodule, der Art und Qualität der Komponenten sowie den Installationskosten ab. In der Regel liegen die Kosten für eine Aufdachanlage für ein Einfamilienhaus zwischen 5.000 und 15.000 Euro pro kWp, also insgesamt zwischen 25.000 und 75.000 Euro für eine 5 kWp-Anlage. Die genauen Kosten hängen jedoch von den individuellen Gegebenheiten ab.

Auch die Amortisationszeit, also die Zeit, die benötigt wird, um die Anschaffungskosten durch die eingesparten Stromkosten zu decken, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Größe der Anlage, der Leistung der Solarmodule, dem Strompreis sowie den Installationskosten ab. In der Regel liegt die Amortisationszeit einer Aufdachanlage zwischen 10 und 15 Jahren.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich bei einer Dachanlage um eine langfristige Investition handelt, die über mehrere Jahrzehnte Strom erzeugt und somit auch langfristige Einsparungen ermöglicht. Zusätzlich können Förderungen und Steuervorteile die Kosten und die Amortisationszeit einer Aufdachanlage reduzieren. So gibt es beispielsweise das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das eine Einspeisevergütung für Solarstrom gewährt, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Auch auf Länderebene gibt es Förderprogramme, die die Anschaffung einer Solaranlage finanziell unterstützen können.

Wie viel Strom wird erzeugt und wie kann überschüssiger Strom genutzt werden?

m Durchschnitt kann eine Aufdachanlage mit einer Leistung von 5 kWp etwa 4.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Eine größere Anlage mit einer Leistung von 10 kWp kann dementsprechend zwischen 8.000 und 10.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen.

Überschüssiger Strom aus der Aufdachanlage kann entweder in das öffentliche Stromnetz eingespeist oder in einem Energiespeicher zwischengespeichert werden. Produziert die Aufdachanlage mehr Strom als im Haushalt verbraucht wird, kann der überschüssige Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dafür wird eine Einspeisevergütung gezahlt, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt ist.

Alternativ kann der überschüssige Strom in einem Energiespeicher, wie zum Beispiel einem Batteriespeicher, gespeichert werden. Der gespeicherte Strom kann dann zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden, wenn die Aufdachanlage weniger Strom erzeugt als im Haushalt benötigt wird. So kann der Eigenverbrauch von Solarstrom erhöht werden, was langfristig zu Einsparungen bei den Stromkosten führt.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für überschüssigen Strom ist die Nutzung von Elektrofahrzeugen. Durch die Installation einer Ladestation können Elektrofahrzeuge direkt mit dem Strom aus der Aufdachanlage aufgeladen werden. Dadurch können die Kosten für den Betrieb des Elektrofahrzeugs weiter gesenkt und gleichzeitig der CO2-Fußabdruck reduziert werden.

Welche Auswirkungen hat eine Aufdachanlage auf die Dachkonstruktion und die Dachdämmung?

Die Installation einer Aufdachanlage hat bei fachgerechter Montage und ausreichender Tragfähigkeit des Daches in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die Dachkonstruktion. Die Montage erfolgt durch Verschrauben spezieller Halterungen, die auf dem Dach befestigt werden. Auf diesen werden die Solarmodule befestigt. Die Halterungen müssen so ausgelegt sein, dass sie das Gewicht der Solarmodule und der Montagekonstruktion tragen können. Die Lasten werden gleichmäßig auf die Dachkonstruktion verteilt, um eine Überlastung des Daches zu vermeiden. In der Regel ist eine Dachneigung von mindestens 20 Grad erforderlich, um eine ausreichende Selbstreinigung der Solarmodule zu gewährleisten.

Im Hinblick auf die Dachdämmung können Aufdachanlagen sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits können die Solarmodule als zusätzliche Dämmung dienen, da sie die Dachfläche vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und so den Wärmeeintrag verringern. Andererseits können Aufdachanlagen aber auch die Dachdämmung beeinträchtigen, indem sie den Luftaustausch zwischen Dachhaut und Dämmung verringern und damit das Risiko von Feuchtigkeitsproblemen erhöhen. Es ist daher wichtig, dass die Aufdachanlage in Abstimmung mit der vorhandenen Dachdämmung geplant und ausgeführt wird, um mögliche Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden.

Um sicherzustellen, dass die Aufdachanlage keine negativen Auswirkungen auf die Dachkonstruktion und die Dachdämmung hat, sollten die Installationsarbeiten von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Vor der Installation der Aufdachanlage sollte eine genaue Überprüfung der Dachkonstruktion und der Dachdämmung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass diese den Anforderungen der Aufdachanlage entsprechen.

Wie lange halten Solarmodule und wie oft müssen sie gewartet werden?

Solarmodule sind in der Regel sehr robust und langlebig und können in der Regel mindestens 25 Jahre oder länger genutzt werden. Die genaue Lebensdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Qualität der verwendeten Materialien, der Art der Installation und der Belastung durch Witterungseinflüsse. Einige Hersteller geben sogar Garantien von 30 Jahren und mehr auf ihre Solarmodule.

Während der Betriebszeit müssen Solarmodule in der Regel nur sehr selten gewartet werden. Die Module sind in der Regel wartungsfrei, da sie keine beweglichen Teile enthalten und somit keinem Verschleiß unterliegen. Es wird jedoch empfohlen, die Anlage jährlich oder alle paar Jahre von einem Fachmann überprüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass sie noch einwandfrei funktioniert. Auch eine regelmäßige Reinigung der Module kann dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der Anlage zu erhalten.

Sollten Probleme mit der Anlage auftreten, können diese in der Regel relativ einfach behoben werden. Defekte Module können ausgetauscht werden und auch die elektronischen Komponenten der Anlage können in der Regel repariert oder ausgetauscht werden. Größere Reparaturen während der Betriebszeit sind in der Regel unwahrscheinlich.

Insgesamt ist die Wartung und Reparatur von Solarmodulen im Vergleich zu anderen Energieerzeugungstechnologien relativ einfach und kostengünstig. Die Tatsache, dass Solarmodule in der Regel sehr lange halten und nur selten gewartet werden müssen, macht sie zu einer attraktiven Investition für die langfristige Energieerzeugung.

Welche staatlichen Förderungen gibt es für eine Aufdachanlage?

In vielen Ländern gibt es staatliche Förderprogramme für den Ausbau erneuerbarer Energien, darunter auch für den Bau von Dachanlagen zur Gewinnung von Solarenergie. Die genauen Fördermöglichkeiten und -bedingungen können je nach Land und Region variieren. Hier einige Beispiele für staatliche Förderungen in Deutschland:

  • Einspeisevergütung: Betreiber von Solaranlagen erhalten eine Einspeisevergütung für den in das Stromnetz eingespeisten Solarstrom. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Größe der Anlage und wird für 20 Jahre garantiert.
  • KfW-Förderung: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für den Bau von Solaranlagen. Die Förderung kann von privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen in Anspruch genommen werden.
  • Steuerliche Abschreibung: Betreiber von Solaranlagen können die Anschaffungskosten über eine steuerliche Abschreibung geltend machen und so ihre Steuerlast reduzieren.
  • Landesförderung: In einigen Bundesländern gibt es spezielle Förderprogramme für Solaranlagen, die über die Einspeisevergütung hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise Zuschüsse zu den Anschaffungskosten oder Investitionszuschüsse für Unternehmen.
  • Besondere Ausschreibungen: In Deutschland gibt es regelmäßig Ausschreibungen für den Bau von Erneuerbare-Energien-Anlagen, bei denen für den Solarstromanteil besondere Förderbedingungen gelten.

Es ist ratsam, sich vor der Installation einer Dachanlage über die aktuellen Fördermöglichkeiten zu informieren und gegebenenfalls eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Fazit

Eine Aufdachanlage ist eine Solaranlage, die auf dem Dach eines Gebäudes oder einer Struktur installiert ist und Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandelt. Die Solarmodule werden auf speziellen Gestellen befestigt, die an die Dachneigung und -beschaffenheit angepasst sind. Der erzeugte Strom kann entweder direkt im Gebäude genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Kosten einer Aufdachanlage hängen von verschiedenen Faktoren wie der Größe der Anlage und der Art und Qualität der Komponenten ab, während die Amortisationszeit zwischen 10 und 15 Jahren liegt. Eine solche Anlage erfordert eine sorgfältige Planung und Beratung durch Fachleute, um die Kosten und die Amortisationszeit zu ermitteln. Überschüssiger Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist oder in einem Energiespeicher zwischengespeichert werden. Die Installation einer Aufdachanlage hat bei fachgerechter Montage und ausreichender Tragfähigkeit des Daches in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die Dachkonstruktion.

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