Artikel aktualisiert am 01.02.2024
von Rebecca Eder | ca: 5 Min. zu lesen

Balkonkraftwerk 2024: Leitfaden & neueste Änderungen

Im Jahr 2024 hat sich das Umfeld für Balkonkraftwerke durch neue Gesetze und technische Fortschritte deutlich gewandelt. Von erhöhten Leistungsgrenzen bis hin zu vereinfachten Anmeldeprozessen – erfahren Sie, wie sich diese Entwicklungen konkret auf Ihre Möglichkeiten zur Nutzung von Solarenergie auswirken.

Balkonkraftwerk an einem Mehrfamilienhaus
Balkonkraftwerk an einem Mehrfamilienhaus (Bildquelle: Andreas Prott – stock.adobe.com)

Solarpaket 2024: Was es für Balkonkraftwerke bedeutet und warum es wichtig ist

Das Solarpaket 2024 ist ein wichtiger Bestandteil der neuen Gesetzeslage für Balkonkraftwerke. Es zielt darauf ab, die Nutzung von Solarenergie im privaten Bereich zu erleichtern und zu fördern. Diese Änderungen machen Balkonkraftwerke attraktiver und wirtschaftlicher für private Haushalte, während sie gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Folgende Änderungen sollen in 2024 in Kraft treten:

  1. Anhebung der Leistungsgrenze von 800 Watt statt bisher 600 Watt: Bisher waren Wechselrichter auf eine maximale Einspeisung von 600 Watt begrenzt. Künftig können stolze 800 Watt ins Hausnetz eingespeist werden.
  2. Erweiterte Nutzung von Solarzellen mit bis zu 2.000 Watt: An einen Wechselrichter für Balkonkraftwerke kann man jetzt Solarzellen mit einer beachtlichen Leistung von bis zu 2.000 Watt anschließen (solange der Wechselrichter auf 800 Watt begrenzt ist). Bisher hatten einige Netzbetreiber solche Balkonkraftwerke nur zögerlich genehmigt, selbst wenn die Leistung der Wechselrichter begrenzt war.
  3. Vereinfachter Anmeldeprozess: Bisher muss man ein Balkonkraftwerk beim Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber anmelden. Die Bundesregierung will diese doppelte Anmeldung nun streichen. Die Anmeldung von Balkonkraftwerken soll nun vereinfacht werden, da die Registrierung beim lokalen Netzbetreiber entfällt und sich nun auf das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur konzentriert. Diese Vereinfachung reduziert bürokratischen Aufwand und beschleunigt die Inbetriebnahme.
  4. Der Stromzähler darf nun rückwärts laufen: Läuft der bisherige Stromzähler noch rückwärts, ist dies kein Hindernis für die Nutzung des Balkonkraftwerks mehr. Eine solche Nutzung war bisher verboten. Die Netzbetreiber haben nun vier Monate Zeit, zu prüfen ob ein neuer Zähler nötig ist und den alten gegebenenfalls auszutauschen.
  5. Anschluss an Schuko-Steckdosen und Verbot von Mehrfachsteckdosen: Ein wichtiger Fortschritt im Jahr 2024 ist die offizielle Zulassung für den Anschluss von Balkonkraftwerken an Schuko-Steckdosen. Diese Standard-Steckdosen, die in fast jedem Haushalt zu finden sind, erleichtern die Installation erheblich, da keine speziellen elektrischen Anpassungen erforderlich sind. Beachten Sie jedoch, dass der Anschluss über Mehrfachsteckdosen (Verteiler) weiterhin nicht erlaubt ist. Diese Regelung dient der Sicherheit, da Mehrfachsteckdosen die Gefahr einer Überlastung und damit verbundener Risiken bergen.

Ursprünglich war die Umsetzung des Solarpaket I bereits ab 1. Januar 2024 geplant.
Das Gesetzgebungsverfahren verzögert sich jedoch. Somit ist derzeit noch unklar, welche der vorgeschlagenen Änderungen tatsächlich in Kraft treten werden. Die aktuellsten Änderungen finden Sie an dieser Stelle.

Neue Regelungen für die Installation von Balkonkraftwerken

Eine weitere zentrale Neuerung ist, dass Vermieter nun nicht mehr ohne triftigen Grund die Installation eines Balkonkraftwerks ablehnen dürfen. Daraus ergeben sich folgende Rechte und Pflichten:

Rechte der Mieter

Mieter haben jetzt das Recht, ein Balkonkraftwerk zu installieren, solange sie die technischen und sicherheitstechnischen Vorgaben einhalten. Diese Änderung wird durch die Aufnahme von Balkonkraftwerken in den Katalog „privilegierter Maßnahmen“ ermöglicht, was bedeutet, dass Mieter einen Anspruch gegenüber ihrem Vermieter auf die Installation eines solchen Kraftwerks haben.

Rolle der Vermieter

Vermieter müssen diese neuen Regelungen anerkennen und können die Installation eines Balkonkraftwerks nicht mehr grundlos ablehnen. Es ist jedoch ratsam, dass Mieter im Vorfeld das Gespräch mit dem Vermieter suchen, um etwaige Bedenken zu klären und eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dies kann dazu beitragen, potenzielle Konflikte zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Installation reibungslos verläuft.

Upgrade auf einen 800W-Wechselrichter: Wann ist es sinnvoll?

Mit der Anhebung der Leistungsgrenze für Balkonkraftwerke auf 800 Watt stellt sich für viele Besitzer bestehender Solaranlagen die Frage, ob ein Upgrade auf einen 800W-Wechselrichter ratsam ist. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Bestehende Anlagenkonfiguration: Wenn Ihre aktuelle Anlage mit einem 600W-Wechselrichter ausgestattet ist, aber bereits Solarmodule mit einer höheren Spitzenleistung hat, könnte ein Upgrade die Effizienz steigern. Allerdings ist dies oft nicht zwingend notwendig, da ein 600W-Wechselrichter bereits effizient arbeiten kann, insbesondere wenn die tatsächliche Leistungsausbeute der Module selten die maximale Kapazität des Wechselrichters erreicht.
  • Wirtschaftlichkeit: Ein Upgrade sollte auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Die Kosten für einen neuen Wechselrichter und die Installation müssen gegen den potenziellen Mehrertrag an Energie abgewogen werden. In vielen Fällen könnte sich die Investition erst nach mehreren Jahren amortisieren.
  • Technische Machbarkeit: Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Anlage technisch für ein Upgrade geeignet ist. Nicht alle Solarmodule und Montagesysteme sind mit stärkeren Wechselrichtern kompatibel.

Einige Hersteller wie Priwatt bieten WLAN-Wechselrichter für Balkonkraftwerke an. Diese sind auf 600 Watt begrenzt und lassen sich per Update auf 800 Watt aufrüsten – ohne Wechselrichtertausch, ohne Mehrkosten.

Effizienz und Leistungsmanagement bei bestehenden Anlagen

Bei bestehenden Balkonkraftwerken sollte das Augenmerk auf die Optimierung der Effizienz und das Leistungsmanagement gelegt werden:

  • Modulwartung: Regelmäßige Reinigung und Wartung der Solarmodule können deren Effizienz erheblich steigern. Staub, Schmutz oder Blätter können die Leistung beeinträchtigen.
  • Überwachung des Systems: Nutzen Sie Überwachungssysteme, um die Leistung Ihrer Anlage zu verfolgen. Viele moderne Wechselrichter bieten Apps oder Webinterfaces, die detaillierte Informationen über die Energieerzeugung liefern.
  • Anpassung des Energieverbrauchs: Versuchen Sie, Ihren Energieverbrauch an die Zeiten anzupassen, in denen Ihre Anlage am produktivsten ist. Dies maximiert Ihren Eigenverbrauch und reduziert die Notwendigkeit, Energie aus dem Netz zu beziehen.

Balkonkraftwerkanbieter im Vergleich: das sind unsere Favoriten

Entratek Shopab 389 EURZum Angebot
Maxxisunab 399 EURZum Angebot
Solarwayab 419 EURZum Angebot
Paua Solutionsab 449 EURZum Angebot
Klimaworldab 515 EURZum Angebot
Home Deluxeab 549 EURZum Angebot
Ankerab 599 EURZum Angebot
TroniTechnikab 599 EURZum Angebot
Priwattab 758 EURZum Angebot
Hier geht es zum Balkonkraftwerk-Anbietervergleich

Kommentar der ARD tagesschau zur geplanten Erleichterung bei Balkonkraftwerken

Quelle: tagesschau – Youtube.com

Nach oben scrollen
Share via
Copy link