Artikel aktualisiert am 23.03.2024
von Boris Stippe | ca: 14 Min. zu lesen

Thermoelektrischer Effekt

Was besagt die Thermoelektrizität?

Der thermoelektrische Effekt beschreibt die Umwandlung von Temperaturdifferenzen in elektrische Spannungen. Dieser Effekt wird in Wärmepumpenanlagen zur Steigerung der Energieeffizienz genutzt.

Seebeck Effekt
Seebeck Effekt (Bildquelle: MakZin – stock.adobe.com)

Der thermoelektrische Effekt beschreibt die Umwandlung von Wärmeenergie in elektrische Energie und umgekehrt. Im Zusammenhang mit der Installation und dem Betrieb einer Wärmepumpe wird dieser Effekt genutzt, um den Wirkungsgrad der Anlage zu erhöhen. Dabei wird die Wärmeenergie der Umgebungsluft, des Erdreichs oder des Grundwassers genutzt, um ein Kältemittel zu verdampfen. Dieses verdampfte Kältemittel wird dann durch einen Kompressor auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und gibt dabei die aufgenommene Wärmeenergie wieder ab.

Um den thermoelektrischen Effekt zu nutzen, werden in der Wärmepumpe thermoelektrische Materialien eingesetzt, die bei Temperaturdifferenzen zwischen zwei Punkten elektrische Spannungen erzeugen. Diese Spannungen können dann genutzt werden, um elektrische Energie zu erzeugen, die wiederum den Betrieb der Wärmepumpe unterstützt. Durch die Nutzung des thermoelektrischen Effekts kann der Wirkungsgrad der Wärmepumpe erhöht werden, da ein Teil der benötigten Energie aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich gewonnen wird.

Was ist der thermoelektrische Effekt und wie funktioniert er?

Der thermoelektrische Effekt bezeichnet das Phänomen der Umwandlung von Temperaturunterschieden in elektrische Energie. Er beruht auf den Eigenschaften bestimmter Materialien, die als thermoelektrische Materialien bezeichnet werden. Diese Materialien weisen eine besondere Eigenschaft auf, die als Seebeck-Effekt bezeichnet wird.

Der Seebeck-Effekt wurde erstmals 1821 von Thomas Johann Seebeck entdeckt. Er besagt, dass in einem geschlossenen Stromkreis aus zwei verschiedenen leitfähigen Materialien, die an den Kontaktstellen unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind, eine elektrische Spannung entsteht. Diese Spannung wird als Thermospannung bezeichnet.

Die Funktionsweise des thermoelektrischen Effekts beruht auf den unterschiedlichen thermoelektrischen Eigenschaften der beiden Materialien. In den meisten Fällen werden zwei unterschiedliche Halbleitermaterialien verwendet. Besteht zwischen den beiden Materialien ein Temperaturunterschied, bewirkt der Seebeck-Effekt, dass die Elektronen des Materials mit der höheren Temperatur eine höhere kinetische Energie erhalten und in Richtung des kälteren Materials wandern. Dieser Elektronenfluss erzeugt eine Ladungstrennung und damit eine elektrische Spannung.

Die erzeugte Spannung hängt von der Größe der Temperaturdifferenz, den thermoelektrischen Eigenschaften der Materialien und der Geometrie des Systems ab. Die thermoelektrischen Eigenschaften der Materialien werden durch ihren Seebeck-Koeffizienten charakterisiert, der angibt, wie stark sich die elektrische Spannung bei einer Änderung der Temperaturdifferenz ändert.

Der thermoelektrische Effekt wird in verschiedenen Anwendungen genutzt. Eine wichtige Anwendung ist die thermoelektrische Energieumwandlung, bei der Wärmeenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Dies kann zum Beispiel in Thermoelementen zur Temperaturmessung oder in thermoelektrischen Generatoren (TEG) zur Stromerzeugung aus Abwärme geschehen. Thermoelektrische Materialien werden auch in der Kältetechnik eingesetzt, um Wärme von einem Bereich in einen anderen zu transportieren, wie es bei Kühl- und Klimaanlagen der Fall ist.

Insgesamt ermöglicht der thermoelektrische Effekt die direkte Umwandlung von Temperaturdifferenzen in elektrische Energie und bietet vielfältige Anwendungen in der Energietechnik und anderen Bereichen.

Welche Anwendungen gibt es für den thermoelektrischen Effekt?

Der thermoelektrische Effekt wird in verschiedenen Anwendungen sowohl zur Energieerzeugung als auch zur Kühlung genutzt. Nachfolgend sind einige der wichtigsten Anwendungen des thermoelektrischen Effekts aufgeführt:

  • Energieumwandlung: Eine der wichtigsten Anwendungen ist die thermoelektrische Energieumwandlung, bei der thermische Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt wird. Thermoelektrische Generatoren (TEGs) werden beispielsweise dort eingesetzt, wo Abwärme anfällt, wie in Industrieanlagen, Fahrzeugen oder thermischen Kraftwerken. TEGs können diese Abwärme nutzen, um elektrischen Strom zu erzeugen und so den Energieverbrauch zu senken.
  • Wärme- und Energieernte: Der thermoelektrische Effekt kann auch zur Ernte von Wärme- und Energiequellen genutzt werden, die sonst ungenutzt bleiben würden. Beispielsweise könnten thermoelektrische Module in Solaranlagen integriert werden, um Sonnenwärme in elektrische Energie umzuwandeln. Diese Art der Energiegewinnung kann in abgelegenen Gebieten oder in Situationen, in denen herkömmliche Stromversorgungssysteme nicht verfügbar sind, nützlich sein.
  • Temperaturmessung: Thermoelemente basieren auf dem thermoelektrischen Effekt und werden zur genauen Temperaturmessung eingesetzt. Thermoelemente bestehen aus zwei verschiedenen metallischen Leitern, die an den Messstellen unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind. Die dabei entstehende thermoelektrische Spannung kann gemessen werden und ermöglicht eine genaue Bestimmung der Temperatur. Thermoelemente werden in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, z. B. in Industrieöfen, Klimaanlagen, Heiz- und Kühlsystemen.
  • Kältetechnik: Der thermoelektrische Effekt kann auch in der Kältetechnik genutzt werden, um Wärme von einem Ort zu einem anderen zu transportieren. Thermoelektrische Kühlsysteme basieren auf dem Peltier-Effekt, der eine Temperaturdifferenz erzeugt, wenn elektrischer Strom durch einen thermoelektrischen Kühlkörper fließt. Diese Art der Kühlung findet Anwendung in kleinen Kühlsystemen wie Minikühlschränken, tragbaren Kühlboxen oder Kühlern für elektronische Geräte.
  • Anwendungen in der Raumfahrt: Der thermoelektrische Effekt wird auch in der Raumfahrt genutzt. Thermoelektrische Generatoren können in Raumsonden und Satelliten eingesetzt werden, um elektrische Energie aus der Wärme von Radioisotopengeneratoren oder der Abwärme von elektronischen Systemen an Bord zu erzeugen. Dies ermöglicht eine autonome Stromversorgung von Raumfahrzeugen über lange Zeiträume.

Insgesamt bietet der thermoelektrische Effekt vielfältige Anwendungen in der Energietechnik, der Kühltechnik und der Raumfahrt. Der Einsatz thermoelektrischer Materialien zur Umwandlung von Wärme in elektrische Energie und zur Temperaturmessung hat das Potenzial, die Energieeffizienz zu verbessern, erneuerbare Energien zu nutzen und eine alternative Energiequelle in Bereichen bereitzustellen, in denen konventionelle Stromversorgungssysteme an ihre Grenzen stoßen.

Was sind Peltier-Elemente und wie hängen sie mit dem thermoelektrischen Effekt zusammen?

Peltier-Elemente sind elektronische Bauteile, die auf dem Prinzip des thermoelektrischen Effekts basieren. Sie sind im Wesentlichen thermoelektrische Kühler, die Wärmeenergie transportieren und eine Temperaturdifferenz erzeugen können.

Ein Peltier-Element besteht aus mehreren Schichten thermoelektrischer Materialien, die abwechselnd als p- und n-dotierte Halbleiter ausgebildet sind. Die p-dotierten Bereiche enthalten positiv geladene Löcher, während die n-dotierten Bereiche freie Elektronen enthalten. Diese spezielle Anordnung ermöglicht den so genannten Peltier-Effekt.

Der Peltier-Effekt beruht auf der Umkehrung des Seebeck-Effekts. Wenn ein elektrischer Strom durch das Peltier-Element fließt, entsteht an den Kontaktstellen aufgrund der thermoelektrischen Eigenschaften der Materialien Wärme- und Kälteenergie. Fließt der Strom in eine Richtung, wird auf der p-dotierten Seite des Elements Wärme aufgenommen und auf der n-dotierten Seite abgegeben. Fließt der Strom in umgekehrter Richtung, kehrt sich der Prozess um und die Wärme wird auf der p-dotierten Seite abgegeben und auf der n-dotierten Seite aufgenommen.

Die Funktionsweise eines Peltier-Elements beruht auf der Steuerung des Stromflusses und damit der Richtung des Peltier-Effekts. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung kann die Temperatur an den Kontaktstellen des Elements gesteuert werden. Durch Umschalten der Stromrichtung kann das Peltier-Element als Kühl- oder Heizelement verwendet werden.

Anwendung finden Peltier-Elemente in verschiedenen Bereichen. In der Kältetechnik werden sie als thermoelektrische Kühler eingesetzt, um kleine Kühlsysteme wie Minikühlschränke, Kühlboxen oder Kühler für elektronische Geräte zu betreiben. Sie bieten Vorteile wie kompakte Größe, geräuschlosen Betrieb und einfache Steuerung.

Darüber hinaus werden Peltier-Elemente auch in der Laserkühlung, der Temperaturregelung von Halbleiterbauelementen, der Thermoelektrik und der Elektronikindustrie eingesetzt. Sie ermöglichen eine präzise Temperaturregelung und stellen eine Alternative zur herkömmlichen Kühlung dar.

Insgesamt sind Peltier-Elemente ein praktisches Beispiel für die Anwendung des thermoelektrischen Effekts. Sie nutzen die thermoelektrischen Eigenschaften von Materialien, um Wärmeenergie zu transportieren und eine Temperaturdifferenz zu erzeugen, was sie zu einer vielseitigen Technologie für Kühlung und Temperaturregelung macht.

Welche Vorteile bietet die Nutzung des thermoelektrischen Effekts?

Die Nutzung des thermoelektrischen Effekts bietet eine Reihe von Vorteilen, die ihn für verschiedene Anwendungsbereiche attraktiv machen. Einige der wichtigsten Vorteile sind:

  • Energieeffizienz: Der thermoelektrische Effekt ermöglicht die direkte Umwandlung von Wärmeenergie in elektrische Energie, ohne den Umweg über bewegliche Teile oder mechanische Systeme. Dadurch wird eine hohe Energieeffizienz erreicht, da keine Verluste durch Reibung oder mechanische Umwandlungsprozesse auftreten. Dies ist insbesondere für Anwendungen relevant, bei denen Abwärme oder thermische Energie als Nebenprodukt anfällt, wie z.B. bei industriellen Prozessen oder in Fahrzeugen.
  • Kompaktheit und Skalierbarkeit: Thermoelektrische Geräte und Module können aufgrund ihrer kompakten Größe und robusten Bauweise in verschiedenen Formen und Größen hergestellt werden. Sie lassen sich leicht in bestehende Systeme integrieren oder an spezifische Anforderungen anpassen. Dies ermöglicht eine flexible Skalierbarkeit von kleinen Geräten bis hin zu großen Energiesystemen.
  • Zuverlässigkeit und Langlebigkeit: Thermoelektrische Materialien und Komponenten haben keine beweglichen Teile, was ihre Zuverlässigkeit und Langlebigkeit erhöht. Sie sind unempfindlich gegenüber Vibrationen, Stößen oder Verschleiß und haben eine lange Lebensdauer. Dies ist besonders vorteilhaft in Anwendungen, die eine kontinuierliche und zuverlässige Stromversorgung erfordern, wie z. B. in der Raumfahrt oder in abgelegenen Gebieten mit eingeschränktem Zugang zu Stromnetzen.
  • Umweltfreundlichkeit: Thermoelektrische Geräte haben eine geringe Umweltbelastung, da sie keine schädlichen Emissionen erzeugen und keine umweltschädlichen Materialien benötigen. Im Vergleich zu herkömmlichen Energieumwandlungstechnologien, die auf Verbrennung oder chemischen Reaktionen basieren, sind sie sauberer und umweltfreundlicher. Dies trägt zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Förderung nachhaltiger Energielösungen bei.
  • Vielfältige Anwendungen: Der thermoelektrische Effekt bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Neben der Energieerzeugung und der Kühltechnik finden sich Anwendungen in der Raumfahrt, der Automobilindustrie, der Elektronik, der Medizintechnik und der Sensorik. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Energieeinsparung, Temperaturregelung, Abwärmenutzung und präzisen Messung.

Trotz dieser Vorteile gibt es auch Herausforderungen bei der Nutzung des thermoelektrischen Effekts, wie die Verbesserung der Materialeffizienz und die Kostensenkung. Dennoch sind die Vorteile des thermoelektrischen Effekts vielversprechend und machen ihn zu einer interessanten Option für eine nachhaltige und effiziente Energieumwandlung und Temperaturregelung.

Welche Materialien eignen sich am besten, um den thermoelektrischen Effekt zu nutzen?

Bei der Auswahl von Werkstoffen für die Nutzung des thermoelektrischen Effekts müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, darunter der thermoelektrische Wirkungsgrad, die mechanischen Eigenschaften, die chemische Stabilität und die Kosten. Ideale Materialien für thermoelektrische Anwendungen sollten eine hohe thermoelektrische Effizienz aufweisen, die durch den sogenannten ZT-Wert (Figure of Merit) ausgedrückt wird.

Einige der vielversprechendsten Materialklassen für thermoelektrische Anwendungen sind:

  • Anorganische Halbleiter: Materialien wie Bismuttellurid (Bi2Te3), Bleitellurid (PbTe) und Antimontellurid (Sb2Te3) gehören zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten thermoelektrischen Materialien. Sie haben hohe ZT-Werte bei Raumtemperatur und eignen sich gut für Anwendungen im mittleren Temperaturbereich.
  • Skutterudit-Verbindungen: Skutterudit-basierte Materialien wie CoSb3 sind aufgrund ihrer komplexen Kristallstruktur und hohen thermoelektrischen Leistung vielversprechend. Sie haben das Potenzial, hohe ZT-Werte auch bei höheren Temperaturen zu erreichen und sind daher für Hochtemperaturanwendungen attraktiv.
  • Silizium-Germanium-Legierungen: Silizium-Germanium (SiGe) wird häufig in der Hochtemperatur-Thermoelektrik eingesetzt. Durch Optimierung des Germaniumgehalts kann die thermoelektrische Leistung verbessert werden. SiGe-Legierungen bieten auch Vorteile wie gute mechanische Stabilität und Kompatibilität mit der Halbleiterindustrie.
  • Organische Materialien: In den letzten Jahren hat die Forschung an organischen thermoelektrischen Materialien an Bedeutung gewonnen. Diese Materialien basieren auf polymeren oder molekularen Strukturen und bieten Vorteile wie leichte Verarbeitbarkeit, Flexibilität und niedrige Herstellungskosten. Allerdings sind die thermoelektrischen Wirkungsgrade derzeit noch geringer als bei anorganischen Materialien, so dass weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich sind.

Es ist zu beachten, dass die Wahl des geeigneten Materials stark von den spezifischen Anforderungen der Anwendung abhängt. Je nach Temperaturbereich, Leistungsanforderungen, Umgebungsbedingungen und Kosten können unterschiedliche Materialien bevorzugt werden. Fortschritte in der Materialsynthese, im Strukturdesign und in der Optimierung von Legierungen tragen dazu bei, den thermoelektrischen Wirkungsgrad und die Leistung weiter zu verbessern.

Darüber hinaus wird an neuen Materialien und Materialkombinationen wie Nanostrukturen, Hybridsystemen und Verbundwerkstoffen geforscht, um die thermoelektrische Effizienz weiter zu steigern und neue Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Seebeck-Effekt und dem Peltier-Effekt?

Der Seebeck-Effekt und der Peltier-Effekt sind eng verwandte Phänomene auf dem Gebiet der Thermoelektrik und beruhen beide auf dem thermoelektrischen Effekt. Obwohl sie in gewisser Weise miteinander verbunden sind, gibt es einige Unterschiede zwischen ihnen.

Der Seebeck-Effekt wurde 1821 von Thomas Johann Seebeck entdeckt. Er besagt, dass in einem geschlossenen Stromkreis aus zwei verschiedenen leitfähigen Materialien, die an den Berührungspunkten unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind, eine elektrische Spannung entsteht. Diese Spannung wird als Thermospannung bezeichnet. Der Seebeck-Effekt beruht auf den unterschiedlichen thermoelektrischen Eigenschaften der beiden Materialien. Wenn ein Temperaturunterschied zwischen den Materialien besteht, bewirkt der Seebeck-Effekt, dass Elektronen im Material mit der höheren Temperatur eine höhere kinetische Energie erhalten und in Richtung des kälteren Materials wandern. Dieser Elektronenfluss erzeugt eine Ladungstrennung und damit eine elektrische Spannung.

Im Gegensatz dazu beschreibt der Peltier-Effekt den umgekehrten Vorgang. Fließt ein elektrischer Strom durch einen geschlossenen Stromkreis, der aus zwei verschiedenen leitfähigen Materialien besteht, so entstehen an den Berührungspunkten unterschiedliche Temperaturen. An der Stelle, an der der Strom in das eine Material fließt, entsteht Wärme, an der Stelle, an der der Strom aus dem anderen Material austritt, entsteht Kälte. Der Peltier-Effekt beruht auf den thermoelektrischen Eigenschaften der Materialien und der Richtung des Stromflusses. Durch die Steuerung der Stromrichtung kann das Peltier-Element entweder als Kühlelement (Kälteerzeugung) oder als Heizelement (Wärmeerzeugung) eingesetzt werden.

Der Hauptunterschied zwischen dem Seebeck-Effekt und dem Peltier-Effekt liegt also in der Betrachtungsrichtung. Der Seebeck-Effekt betrachtet die erzeugte Spannungsdifferenz als Reaktion auf eine Temperaturdifferenz, während der Peltier-Effekt die erzeugte Temperaturdifferenz als Reaktion auf einen angelegten Strom betrachtet. Beide Effekte sind jedoch untrennbar miteinander verbunden und basieren auf den gleichen thermoelektrischen Prinzipien. Sie finden Anwendung in verschiedenen Bereichen wie Energieerzeugung, Temperaturmessung, Kühltechnik usw.

Wie effizient ist die Energieumwandlung durch den thermoelektrischen Effekt?

Die Effizienz der Energieumwandlung durch den thermoelektrischen Effekt wird durch den so genannten Wirkungsgrad bestimmt. Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlich erzeugten elektrischen Leistung und der zugeführten Wärmeenergie.

Der Wirkungsgrad thermoelektrischer Geräte hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der thermoelektrischen Effizienz des verwendeten Materials, der Temperaturdifferenz, der Größe des thermoelektrischen Generators und den Wärmeverlusten. Der wichtigste Parameter zur Bewertung der thermoelektrischen Effizienz ist der dimensionslose ZT-Wert (Figure of Merit).

Der ZT-Wert wird durch das Verhältnis von drei Faktoren bestimmt: dem Seebeck-Koeffizienten, der elektrischen Leitfähigkeit und der Temperaturleitfähigkeit. Ein hoher ZT-Wert bedeutet, dass das Material einen hohen thermoelektrischen Wirkungsgrad hat und Wärmeenergie effizient in elektrische Energie umwandeln kann.

Bisher erreichten thermoelektrische Materialien oft einen ZT-Wert von weniger als 1. In den letzten Jahren wurden jedoch erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung des thermoelektrischen Wirkungsgrades erzielt. Durch den Einsatz neuer Materialien, Nanostrukturen und Strukturoptimierungen konnte der ZT-Wert in einigen Materialsystemen auf Werte über 2 gesteigert werden. Dies ermöglicht eine höhere Effizienz der Energieumwandlung durch den thermoelektrischen Effekt.

Die Effizienz des thermoelektrischen Effekts variiert auch in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz. Im Allgemeinen steigt der Wirkungsgrad mit zunehmender Temperaturdifferenz, da der thermoelektrische Effekt von der vorhandenen Temperaturdifferenz abhängt.

Es ist zu beachten, dass der Wirkungsgrad des thermoelektrischen Effekts im Vergleich zu anderen Energieumwandlungstechnologien wie Verbrennungsmotoren oder Photovoltaikzellen derzeit noch relativ gering ist. Dennoch bietet der thermoelektrische Effekt einige Vorteile wie die direkte Umwandlung von Wärme in Elektrizität, Geräuschlosigkeit, Robustheit und einfache Integration. Diese Eigenschaften machen den thermoelektrischen Effekt besonders interessant für spezifische Anwendungen wie die Nutzung von Abwärme in Industrieanlagen oder die autonome Stromversorgung in abgelegenen Gebieten.

Die kontinuierliche Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der thermoelektrischen Materialien zielt darauf ab, die Effizienz weiter zu verbessern und neue Wege für den Einsatz dieser Technologie zu finden.

Fazit

Der thermoelektrische Effekt ermöglicht die Umwandlung von Temperaturunterschieden in elektrische Energie. Dieser Effekt wird in Wärmepumpenanlagen zur Steigerung der Energieeffizienz genutzt. Um den thermoelektrischen Effekt in einer Wärmepumpe zu nutzen, werden thermoelektrische Materialien eingesetzt. Diese Materialien erzeugen bei Temperaturdifferenzen zwischen zwei Punkten eine elektrische Spannung. Die erzeugte Spannung kann genutzt werden, um elektrische Energie zu erzeugen und den Betrieb der Wärmepumpe zu unterstützen. Durch die Nutzung des thermoelektrischen Effekts wird der Wirkungsgrad der Wärmepumpe erhöht, da ein Teil der benötigten Energie aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich gewonnen wird. Insgesamt ermöglicht die Nutzung des thermoelektrischen Effekts in Wärmepumpen eine effiziente und nachhaltige Wärmeerzeugung und -nutzung. Dies trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken, Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen.

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