Artikel aktualisiert am 22.01.2023 | von Redaktion | ca: 4 Min. zu lesen

Prosumer – was ist das?

Ein Prosumer, auch Prosument genannt, ist eine Person, die sowohl Energie erzeugt als auch verbraucht, insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung von Solarenergie. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Producer“ und „Consumer“ zusammen und beschreibt somit jemanden, der sowohl produzierend als auch verbrauchend tätig ist.

Jemand der produziert, aber auch konsumiert, ist ein Prosumer (Bildquelle: Cagkan – stock.adobe.com)

Der Begriff „Prosumer“ wird noch in anderen Bereichen verwendet. Einige Beispiele sind:

  • Energieerzeugung: Prosumer, die ihre eigene Stromerzeugung durch den Einsatz von erneuerbaren Energien wie Sonnen- oder Windenergie betreiben und gleichzeitig Strom aus dem Netz beziehen.
  • Landwirtschaft: Prosumer, die sowohl selbst anbauen als auch Lebensmittel kaufen.
  • Finanzen: Prosumer, die sowohl Investoren als auch Konsumenten sind und ihr eigenes Geld in Aktien, Immobilien oder andere Investitionsmöglichkeiten stecken.
  • Medien: Prosumer, die selbst Inhalte erstellen und teilen (z.B. Blogger, YouTuber) und gleichzeitig Inhalte anderer konsumieren.

Es gibt noch viele weitere Bereiche, in denen der Begriff Prosumer verwendet wird.

Der Begriff „Prosument“ ist die deutsche Variante von Prosumer und setzt sich aus den Wörtern „Produzent“ sowie „Konsument“ zusammen. „Prosument“ wird oft in der Wissenschaft und in der Technologie verwendet, wohingegen „Prosumer“ eher in der Wirtschaft und im Marketing verwendet wird.

Was sind die Vorteile von Prosumern im Vergleich zu traditionellen Verbrauchern?

  • Unabhängigkeit von externen Energieversorgern: Prosumer können ihren eigenen Strom erzeugen und dadurch unabhängiger von externen Energieversorgern werden.
  • Kosteneinsparungen: Prosumer können ihre eigenen Energiekosten durch die Nutzung erneuerbarer Energien und die Vermeidung von Netzentgelten senken.
  • Umweltschutz: Prosumer tragen durch die Nutzung erneuerbarer Energien zum Umweltschutz bei und tragen zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.
  • Erhöhung der Energieeffizienz: Prosumer können ihre eigene Energieproduktion optimieren und dadurch die Energieeffizienz erhöhen.
  • Versorgungssicherheit: Prosumer tragen durch die Verteilung der Energieerzeugung auf viele unterschiedliche Quellen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit bei.
  • Flexibilität: Prosumer können durch die Möglichkeit der Regelenergieeinspeisung zur Flexibilität des Stromnetzes beitragen.

Welche Auswirkungen hat die zunehmende Beteiligung von Prosumern auf die Energieversorgung und das Stromnetz?

Positive Auswirkungen können sein:

  • Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Importen von Energie
  • Erhöhung der Energieeffizienz durch die Nutzung von erneuerbaren Energien
  • Steigerung der Versorgungssicherheit durch die Verteilung der Energieerzeugung auf viele unterschiedliche Quellen
  • Möglichkeit für Verbraucher, ihre eigene Energieproduktion zu optimieren und Kosten zu sparen
  • Ermöglicht die Einbindung von erneuerbaren Energien ins Netz
  • Erhöhung der Flexibilität des Stromnetzes durch die Möglichkeit der Regelenergieeinspeisung

Negative Auswirkungen können sein:

  • Unvorhersehbare Schwankungen der Einspeisung und somit Schwierigkeiten bei der Regelung des Stromnetzes
  • Probleme bei der Abrechnung und Vergütung von Einspeisungen ins Netz
  • Investitionskosten in die Netzinfrastruktur und die Regelungstechnologie, um die zunehmende Anzahl von Prosumern und erneuerbaren Energiequellen zu unterstützen

Es ist wichtig zu beachten, dass die Auswirkungen von Prosumern auf die Energieversorgung und das Stromnetz von verschiedenen Faktoren abhängen, wie z.B. der Größe und dem Umfang des Prosumer-Systems, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Regulierung. Es gibt auch Ansätze wie die intelligente Netztechnologie die negative Auswirkungen minimieren kann.

Was sind die Herausforderungen bei der Umsetzung von Prosumer-Modellen in der Praxis?

Es gibt eine Reihe von Herausforderungen, die bei der Umsetzung von Prosumer-Modellen in der Praxis auftreten können. Einige Beispiele sind:

  • Regulierungs- und rechtliche Herausforderungen: Es kann schwierig sein, die Regulierungsrahmenbedingungen und rechtlichen Anforderungen für die Umsetzung von Prosumer-Modellen zu schaffen und zu implementieren.
  • Technische Herausforderungen: Die Integration von erneuerbaren Energiequellen und die Anpassung des Stromnetzes an die Anforderungen von Prosumern kann komplex und kostspielig sein.
  • Finanzielle Herausforderungen: Es kann schwierig sein, die notwendigen Investitionskosten für die Einführung von Prosumer-Modellen zu finanzieren.
  • Verbraucherbeteiligung: Eine wichtige Voraussetzung für Prosumer-Modelle ist die aktive Beteiligung und Motivation von Verbrauchern, ihre eigene Energieproduktion zu optimieren und zu verwalten. Es kann schwierig sein, die notwendige Verbraucherbeteiligung zu erreichen.
  • Informations- und Datenmanagement: Eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung von Prosumer-Modellen ist das Management von Daten und Informationen über die Energieproduktion und -nutzung von Prosumern.
  • Sicherheitsaspekte: Eine weitere Herausforderung die sich stellt ist, dass die Sicherheit und Integrität des Stromnetzes gewährleistet bleiben muss, wenn Prosumers in das Netz einspeisen.
  • Netzstabilität: Prosumers können Auswirkungen auf die Netzstabilität haben, wenn sie große Mengen an Energie einspeisen oder entnehmen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden, Energieversorgern und Prosumern ist wichtig, um die Umsetzung von Prosumer-Modellen erfolgreich zu gestalten.

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