Artikel erstellt am 13.06.2022 | von Henry Faber | ca: 4 Min. zu lesen

Atom, Kohle und Solar – Wo liegt die Zukunft der Stromerzeugung?

Erneuerbare Energien sind unaufhaltsam und das ist auch gut so. Besonders durch die fortschreitende Innovation im Bereich Solarkraft wollen wir uns heute fragen: Wie sieht die Zukunft der Stromerzeugung in Deutschland aus?

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Ende 2021 gingen weitere Kohle- sowie Atomkraftwerke vom Netz, und die Stromerzeugung durch nachhaltige Energien, die Energiewende, ist im vollen Gange. Die Energiewende – Deutschlands Übergang zu einer sicheren, umweltfreundlichen und wirtschaftlich erfolgreichen Energiezukunft – beinhaltet eine groß angelegte Umstrukturierung des Energieversorgungssystems hin zur Nutzung erneuerbarer Energien in allen Sektoren. Wie gestaltet sich dieser Wandel für die scheidenden, konventionellen Energien und wie sieht die Zukunft der Erneuerbaren aus? Damit soll sich der heutige Artikel befassen. 

Die Zukunft der Kernkraft in Deutschland

Drei Kernkraftwerke sind in Deutschland noch aktiv und sollen Ende dieses Jahres stillgelegt werden und befinden sich in der Anfangsphase der Abschaltung. Die Anlagen werden demontiert und können nicht einfach wieder in Betrieb genommen werden. Jede realistische Diskussion über eine Verzögerung des Ausstiegs dreht sich um die letzten drei Kraftwerke, welche nur noch einen kleinen Teil des deutschen Stroms produzieren.

Angesichts globaler Entwicklungen scheint es bisher noch nicht final geklärt zu sein, wie mit den verbleibenden Kernkraftwerken umgegangen werden soll. Laut des Wirtschafts- und des Umweltministeriums sei eine Reaktivierung ausgeschlossen. Der Grund dafür ist, dass die Betriebsgenehmigungen ausgelaufen sind. Die Ministerien warnen davor, dass eine Wiederanlaufgenehmigung rechtlich der Genehmigung für ein neues Kraftwerk gleichkäme. Das bedeutet, dass ein langwieriger bürokratischer Prozess in Gang gesetzt wird.

Nach geltendem Recht verlieren die verbleibenden Betreiber das Recht, die Kraftwerke über den 31. Dezember 2022 hinaus zu betreiben, dem effektiven Enddatum für die Anlagen. Sollte die deutsche Netzregulierungsbehörde, die Teil des Wirtschaftsministeriums ist, entscheiden, dass die Kraftwerke für die Versorgungssicherheit Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind, könnte sie ihnen erlauben, länger zu laufen, was technisch möglich wäre. Dies wäre mit dem Einkauf von neuem nuklearen Treibstoff und der Verspätung des finalen Atomausstiegs verbunden. 

Quo Vadis Kohlekraft in Deutschland?

Im Jahr 2020 kündigte Deutschland an, bis spätestens 2038 vollständig aus der Kohleverstromung auszusteigen. Braunkohle ist die umweltschädlichste aller Kohlearten, da aufgrund ihrer geringeren Dichte größere Mengen verbrannt werden müssen. So ist sie für 20 % der Kohlenstoffemissionen in Deutschland verantwortlich. 

Braunkohle ist die qualitativ minderwertigste und bröckeligste Kohle. Diese weichere und geologisch „jüngere“ Kohle befindet sich relativ nahe an der Erdoberfläche. Braunkohle kann durch Kohlevergasung chemisch aufgespalten werden. Dabei wird aus Kohle in Verbindung mit Wasser, Luft und/oder Sauerstoff Synthesegas erzeugt, welches zur Energieerzeugung verwendet wird.

Während der Kohleaustritt von Forscher*innen und Klimaschützer*innen weitgehend begrüßt wurde, haben Vertreter der Kohleregionen und der Industrie die Sorge geäußert, dass ein schnellerer Ausstieg zu sozialen Engpässen in den betroffenen Regionen führen und die Sicherheit der Energieversorgung gefährden könnte.

Die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland

Wie gestaltet sich der Anteil der erneuerbaren Energien deutschen Energieverbrauch bisher? Die erneuerbaren Energien haben in Deutschland ein rasantes Wachstum erfahren. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch erreicht im Jahr 2021 19,7 % (Quelle: AGEE-Stat). Haupttreiber dieser Entwicklung ist der Stromsektor. 2021 wurden bereits 41,1 % des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt. Während im Jahr 2000 der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromnachfrage nur 6,3 % betrug, ist er in den letzten Jahren deutlich gestiegen und lag im Jahr 2005 bei über 10 % und im Jahr 2013 bei 25 %. Im Jahr 2021 produzierten die erneuerbaren Energien mehr Strom als alle fossilen Energieträger (Kohle, Gas, Öl) zusammen. Somit decken erneuerbare Energien 41,1 % des deutschen Strombedarfs. Dabei ist die Windkraft der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix.

Diese Entwicklung schont die Umwelt, denn die Nutzung erneuerbarer Energien hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Das Umweltbundesamt rechnet damit, dass im Jahr 2021 rund 221 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermieden wurden. Diese Emissionen wären sonst durch fossile Brennstoffe in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr entstanden.
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