Artikel aktualisiert am 08.04.2024
von Boris Stippe | ca: 8 Min. zu lesen

Solarthermie oder Wärmepumpe: Was passt besser zu Ihrem Zuhause?

Wollen Sie Ihr Zuhause umweltfreundlicher gestalten, aber wissen nicht, ob Sie sich lieber für eine Solarthermie oder eine Wärmepumpe entscheiden sollen? Beide Systeme bieten effiziente Wege, Energie für die Warmwasserbereitung und das Heizen zu nutzen. Doch welche Technologie passt am besten zu Ihren Bedürfnissen? Dieser Ratgeber erleichtert Ihnen die Entscheidung. Er beleuchtet Funktionsweisen, Vor- und Nachteile sowie die Wirtschaftlichkeit beider Systeme, damit Sie eine informierte Wahl treffen können.

Es gibt viele Möglichkeiten Ihr Zuhause umweltfreundlicher zu gestalten
Es gibt viele Möglichkeiten Ihr Zuhause umweltfreundlicher zu gestalten (Bildquelle: hkama – stock.adobe.com)

Solarthermie: Wie Sonnenlicht Ihre Warmwasserbereitung revolutioniert

Genau wie eine PV-Anlage nutzt die Solarthermie die Kraft der Sonne, um Ihr Heim zu wärmen. Dabei sammeln spezielle Flachkollektoren, die auf Dächern oder an Fassaden installiert sind, Sonnenlicht und verwandeln es in Wärme. Diese wird dann durch eine spezielle Flüssigkeit, die in den Kollektoren fließt, aufgefangen. Sobald diese Flüssigkeit erwärmt ist, transportiert sie die Wärme zu einem Wärmetauscher im Speichertank. Dort wird das Wasser des Haushalts erwärmt und steht so für die tägliche Nutzung bereit.

Vorteile der Solarthermie

Eine Solarthermie bietet eine Fülle von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Option für umweltbewusste Hausbesitzer machen:

  • Umweltfreundlich: Sie nutzt die unerschöpfliche Energie der Sonne, was den CO₂-Ausstoß signifikant reduziert.
  • Kosteneffizient: Sobald die Anfangsinvestition amortisiert ist, erzeugt das System fast kostenlos Wärme.
  • Förderfähig: Der Einbau solarthermischer Anlagen wird von vielen Regierungen durch finanzielle Anreize unterstützt.

Potenzielle Nachteile der Solarthermie

Trotz der überzeugenden Vorteile gibt es einige Herausforderungen bei der Nutzung von Solarthermie, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Hohe Anfangsinvestition: Die Anschaffung und Installation können kostspielig sein.
  • Wetterabhängig: Die Leistungsfähigkeit ist direkt abhängig von der Sonneneinstrahlung; an bewölkten Tagen und im Winter sinkt die Wärmeausbeute.
  • Platzbedarf: Für die Installation der Kollektoren ist ausreichend Platz erforderlich, der nicht immer verfügbar ist.

Solarthermie stellt somit eine nachhaltige Lösung dar, die besonders in sonnenreichen Gebieten ihr volles Potenzial entfaltet.

Wärmepumpentechnik einfach erklärt

Wärmepumpen greifen auf die vorhandene Wärme in der Luft, im Erdreich oder im Grundwasser zurück, um Gebäude zu beheizen und Warmwasser zu bereiten. Das Herzstück einer jeden Wärmepumpe ist das Kältemittel, das schon bei niedrigen Außentemperaturen verdampft und dabei Wärme aus seiner Umgebung aufnimmt. Ein Kompressor verdichtet anschließend das gasförmige Kältemittel, wodurch seine Temperatur ansteigt. Diese Wärme wird genutzt, um Wasser für Heizungen und den täglichen Gebrauch aufzuwärmen.

Diese Arten von Wärmepumpen gibt es

Wärmepumpen variieren je nach ihrer Wärmequelle, wobei jede Art ihre spezifischen Vorzüge und Installationsanforderungen hat:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: Diese Wärmepumpen ziehen Wärme aus der Außenluft. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind vergleichsweise einfach zu installieren und kostengünstig.
  • Erdwärmepumpen: Eine Erdwärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs. Sie benötigt eine Bohrung oder ein Flächensystem im Garten, ist aber sehr effizient.
  • Grundwasser-Wärmepumpen: Die Wärmequelle dieser Art von Wärmepumpen ist Grundwasser. Grundwasser-Wärmepumpen gelten als besonders leistungsfähig, benötigen aber einen stabilen Grundwasserspiegel.

Vorteile von Wärmepumpen

Wärmepumpen bieten eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Lösung für die Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung machen:

  • Hohe Effizienz: Mit Wirkungsgraden zwischen 300 und 400 Prozent produzieren sie deutlich mehr Energie, als sie verbrauchen.
  • Umweltfreundlichkeit: Sie reduzieren den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit die CO₂-Emissionen.
  • Vielseitigkeit: Ob für den Neubau oder die Modernisierung älterer Gebäude, Wärmepumpen passen sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen an.

Nachteile von Wärmepumpen

Obwohl Wärmepumpen viele Vorteile bieten, gibt es einige Herausforderungen, die Sie bedenken sollten:

  • Anfangsinvestition: Die Installationskosten können hoch sein, amortisieren sich jedoch über die Zeit durch geringere laufende Kosten.
  • Platzbedarf: Vor allem Erdwärme-Wärmepumpen benötigen ausreichend Platz für die Installation.

Solarthermie oder Wärmepumpe: Ein Vergleich der Heizsysteme

Ob Solarthermie oder eine Wärmepumpe die richtige Wahl für Ihr Zuhause ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wir haben die beiden Heizsysteme hinsichtlich verschiedener Aspekte einmal gegenübergestellt.

Energieeffizienz und Wirkungsgrad

Solarthermieanlagen nutzen bis zu 85 Prozent der eingefangenen Sonnenenergie, um Wasser zu erwärmen. Im Gegensatz dazu erreichen Wärmepumpen Wirkungsgrade zwischen 300 Prozent und 400 Prozent, indem sie mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Wärmepumpen führen somit in der Effizienzbewertung, besonders in Regionen mit weniger Sonnenschein.

Umweltfreundlichkeit und CO₂-Emissionen

Solarthermieanlagen erzeugen nahezu keine CO₂-Emissionen im Betrieb. Wärmepumpen sind ebenfalls umweltfreundlich, vor allem wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. Jedoch hängt ihre CO₂-Bilanz stark von der Art des verwendeten Stroms ab.

Wartungsbedarf und Zugänglichkeit für Eigenkontrollen

Beide Systeme gelten als wartungsarm. Solarthermieanlagen erfordern lediglich regelmäßige visuelle Inspektionen und gelegentlich eine Fachwartung. Wärmepumpen benötigen jährliche Checks durch Fachpersonal, sind aber durch integrierte Überwachungssysteme leicht zu kontrollieren.

Platzbedarf und ästhetische Einflüsse auf das Gebäude

Ähnlich wie bei einer Solaranlage benötigen Solarthermieanlagen ausreichend Fläche für die Kollektoren, was die Ästhetik des Gebäudes beeinflussen kann. Wärmepumpen sind in dieser Hinsicht flexibler, da sie auch unterirdisch in Kellern oder in Nebenräumen installiert werden können.

Anschaffungskosten und potenzielle langfristige Einsparungen

Die Initialkosten für Solarthermie liegen höher als bei Wärmepumpen. Für einen 4-Personen-Haushalt kostet eine Solarthermieanlage inklusive Installation und Speicher beispielsweise rund 7.500 Euro. Für Flachkollektoren, mit einem Bedarf von circa sechs Quadratmetern und Kosten von 400 Euro pro Quadratmeter, beläuft sich allein der Kollektorpreis auf 2.400 Euro. 

Bei Wärmepumpen sieht das anders aus: Eine passende Warmwasser-Wärmepumpe schlägt mit etwa 2.500 Euro zu Buche, inklusive aller notwendigen Installationen. Allerdings ermöglichen beide Systeme langfristige Einsparungen bei den Energiekosten.

Betriebskosten, einschließlich der Kosten für Energie und Wartung

Neben den geringen jährlichen Wartungskosten von 150 Euro entstehen für eine Solarthermie kaum zusätzliche Betriebskosten, da sie überwiegend auf kostenloser Sonnenenergie basieren. Diese Wartungskosten decken kleinere Reparaturen, Ersatzteile und die Überprüfung der Anlage ab.

Für die Erzeugung von Warmwasser verbraucht die Wärmepumpe dagegen jährlich ungefähr 600 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde führt dies zu Kosten von 180 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die jährlichen Wartungskosten von circa 100 Euro. Diese Betriebskosten können jedoch durch den Einsatz von Ökostrom oder PV-Anlagen optimiert werden.

Fördermöglichkeiten und staatliche Unterstützung

Beide Technologien profitieren von staatlichen Förderungen, die sich jedoch regional unterscheiden können. Solarthermieprojekte erhalten oft höhere Zuschüsse, da sie direkt erneuerbare Energie nutzen. Sie können bis zu 30 Prozent Förderung erhalten, was bei 10.000 Euro Investitionskosten eine Ersparnis von bis zu 3.000 Euro bedeutet. Für Wärmepumpen variiert die Förderung, kann aber ebenfalls bis zu 30 Prozent der Kosten abdecken, was bei einer Anschaffung von 3.000 Euro eine Ersparnis von bis zu 900 Euro bedeutet.

Zukunftssicherheit und Kompatibilität mit anderen erneuerbaren Energien

Solarthermie und Wärmepumpen sind zukunftssicher und lassen sich hervorragend mit anderen erneuerbaren Energien kombinieren, etwa Photovoltaikanlagen. Dies steigert ihre Effizienz und Umweltfreundlichkeit weiter.

Optimale Nutzung je nach Standort, Gebäudetyp und individuellen Bedürfnissen

Die Entscheidung hängt stark vom Standort, der Dachausrichtung und Ihren persönlichen Präferenzen ab. Eine Solarthermie eignet sich besonders für sonnenreiche Gebiete und bei genügend verfügbarer Dachfläche. Wärmepumpen sind dagegen in Gebieten mit geringerer Sonneneinstrahlung eine gute Wahl und bieten durch ihre ganzjährige Betriebsmöglichkeit eine hohe Flexibilität.

Was ist nun besser: Solarthermie oder Wärmepumpe?

Die Entscheidung zwischen Solarthermie und Wärmepumpe hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen, örtlichen Gegebenheiten und langfristigen Zielen ab. Solarthermieanlagen bieten eine hohe Effizienz bei der Nutzung von Sonnenenergie, sind umweltfreundlich und profitieren von niedrigen Betriebskosten sowie attraktiven Fördermöglichkeiten. Sie eignen sich besonders für sonnenreiche Standorte und für Eigentümer, die bereit sind, in eine nachhaltige Zukunft zu investieren.

Wärmepumpen, insbesondere Warmwasser-Wärmepumpen, zeichnen sich dagegen durch ihre Vielseitigkeit und hohe Wirkungsgrade aus. Sie sind eine effiziente Lösung für die ganzjährige Warmwasserbereitung und Heizung, selbst in weniger sonnenverwöhnten Regionen. Wärmepumpen stellen eine kosteneffektive Option dar, besonders wenn sie mit einer Solaranlage kombiniert werden, um die Betriebskosten weiter zu senken.

Für Neubauten mit moderner Isolation und Energieeffizienz kann eine Wärmepumpe die bessere Wahl sein, da sie das ganze Jahr über konstante Leistung bietet. In sonnenreichen Gebieten oder bei bestehenden Immobilien mit ausreichender Dachfläche lohnt sich dagegen die Investition in Solarthermie, besonders wenn eine ökologische Heizung gewünscht ist.

Letztendlich sollten Sie eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, die sowohl Anschaffungs- und Betriebskosten als auch potenzielle Förderungen berücksichtigt. Eine Beratung durch Fachleute kann zusätzlich helfen, die optimale Lösung für Ihre spezifische Situation zu finden.

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