Artikel aktualisiert am 01.09.2022 | von Henry Faber | ca: 4 Min. zu lesen

E-Scooter als Teil der Verkehrswende

Entweder man liebt oder hasst sie. Die Rede ist von den allseits populären E-Scootern, die inzwischen in großen Mengen durch alle deutschen Städte flitzen. Ob durch Sharing-Angebote oder als Privat-Scooter, die kleinen Zweiräder mit Akku sind schon nicht mehr wegzudenken. 

e scooter verkehrswende
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Die “elektrisch angetriebenen Tretroller” oder E-Scooter sind seit 2019 in Deutschland zugelassen und prägen die fortschreitende Micromobility, besonders in Großstädten. Im September 2019 waren bereits 54.000 Scooter gewerblich unterwegs und die Zahl steigt stetig. Besonders durch die wachsende User-Zahl der populären Mobility Apps scheint dem Anstieg der Scooter-Fahrer kein Ende gesetzt zu sein. Doch wie sieht es mit der Umweltbilanz von E-Scootern aus und lässt sich Solarenergie mit den E-Scootern kombinieren? 

Vorteile von E-Scootern

Die kleinen, elektrisch-betriebenen Scooter bieten offensichtliche Vorteile:

Tragbarkeit und Flexibilität von E-Scootern. Der Elektroscooter ist neben dem Klapprad das vielleicht tragbarste Fortbewegungsmittel. Viele Menschen wünschen sich unterstützte Fortbewegungsmittel, finden sie aber zu umständlich oder zu technisch, um praktisch zu sein. E-Scooter sind leicht und lassen sich zusammenklappen, so dass sie leicht zu verstauen und zu transportieren sind. 

E-Scooter sollten umweltschonend sein. Das bestimmende geopolitische Thema unserer Zeit ist der Klimawandel. Unsere kollektive Suche nach umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln und geringeren Emissionen macht einige Fortschritte, wobei Elektroscooter bisher zu den Spitzenreitern gehören. Sie verbrauchen nur wenig Strom und stoßen keine Emissionen aus, was sich positiv auf die Luftqualität in unseren Städten und auf die Lungen ihrer Bewohner auswirkt. Als zuverlässige, erschwingliche und umweltfreundliche Art der Fortbewegung sollten die E-Scooter die beste Option sein. Allerdings sprechen auch starke Argumente gegen die Pauschalisierung der E-Scooter als “kategorisch umweltfreundliche Lösung”. Dies thematisieren wir im nächsten Abschnitt.   

E-Scooter reduzieren die Lärmbelästigung. Die Fortbewegung in einer Stadt und Stille gehen nicht Hand in Hand. Praktisch jede Art der Fortbewegung ist mit einer erheblichen Lärmbelästigung verbunden – Autos, Motorräder, Busse, Züge – sie alle sind unglaublich laut. Selbst das Gehen kann laut sein, wenn man Schuhe mit harten Sohlen trägt! Hier kommt der E-Scooter ins Spiel: ein flüsterleises Transportmittel, das die schnellste und leiseste Art ist, von A nach B zu kommen.

E-Scooter lieber teilen oder privat nutzen?

E-Scooter mögen unter der Perspektive des aktiven Betriebs eine emissionsfreie Lösung für die Micromobility in Städten darstellen. Allerdings sind dabei die Modelle des Betriebs entscheidend. Dazu wurde an der ETH Zürich eine Studie vorgenommen, welche die Klimafolgen der Scooter prüfen soll. Drei Monate lang wurden dazu Buchungen, Umfrage- und Positionsdaten von dem Forschungsteam um Daniel Reck und Kay Axhausen vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) der ETH analysiert. 

Die Ergebnisse zeigen, dass die gemeinsam genutzten E-Scooter und E-Bikes in der Stadt Zürich in erster Linie die nachhaltigeren Verkehrsmittel “Fußgänger”, öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder ersetzen. Das bedeutet, dass sie mehr Kohlenstoff emittieren als die Verkehrsmittel, die sie ersetzen. „So wie sie derzeit genutzt werden, schaden E-Scooter und E-Bikes dem Klima mehr als sie nützen“, sagt Reck. 

Ein anderes Bild ergäbe sich bei privaten E-Scootern und E-Bikes, die viel häufiger Fahrten mit dem Auto ersetzen und damit weniger CO2-Emissionen verursachen als die Verkehrsmittel, die sie ersetzen. Private Mikromobilität reduziert also CO2-Emissionen und kommt letztlich dem Klima zugute.

Kann man E-Scooter zukünftig mit Solar laden?

Durch die Zunahme an E-Scootern im öffentlichen Verkehr, muss auch die Ladeinfrastruktur nachgerüstet werden. Die E-Scooter lassen sich auf verschiedene Weise laden. Hat der Scooter einen entnehmbaren Akku, so kann dieser einfach mit dem eigenen Hausstrom aus der Steckdose geladen werden. Alternativ kann der Scooter mit einem Ladekabel verbunden werden. Die E-Scooter können auch durch öffentliche Ladestationen aufgeladen werden. 

Bis Solarmodule effizient genug werden und Batterien mit höherer Energiedichte verfügbar sind, gehören Ladestationen für die meisten E-Scooter-Fahrer in der Stadt zum Arbeitsweg. Das Problem ist, dass konventionelle Ladestationen konventionellen Strom verwenden, um E-Fahrzeuge aufzuladen. Durch eine Kombination der Ladestationen mit Solarpanels könnte sich eine nachhaltige Solar-Ladeoption für die Sharing Modelle der E-Scooter finden lassen. Ebenfalls denkbar wären Ladestationen mit einem Bezahlsystem, an dem auch private Nutzer ihre E-Scooter aufladen können. 

Auch das Aufladen Ihres E-Scooters mit der hauseigenen Photovoltaik-Anlage ist möglich. Haben Sie noch keine PV-Anlage auf dem Dach? Dann vergleichen Sie jetzt transparent die individuellen Angebote der führenden Solar-Hersteller mit dem Solarrechner von Selfmade Energy.

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