Artikel aktualisiert am 18.08.2022 | von Antonia Klatt | ca: 3 Min. zu lesen

Sinkende Einspeisevergütung für Solarstrom: Warum sinken die Anreize für PV-Anlagen?

Die Einspeisevergütung galt lange als Pluspunkt für den Kauf einer Solaranlage. Denn Käufer konnten pro kWh produziertem Strom bares Geld verdienen. Allerdings ist der Vergütungssatz in den letzten Jahren stetig gesunken. Warum das so ist und welche Änderungen kürzlich beschlossen wurden, erfahren Sie hier. 

© Andre Nery – stock.adobe.com

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung ist der Preis für produzierten Solarstrom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das bedeutet, dass pro Kilowatt Stunde Strom ein fixer Betrag an den Strom-Produzenten beziehungsweise den Besitzer der Solaranlage gezahlt wird oder der Betrag von der Stromrechnung abgezogen wird.

Vorgesehen wurde die Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Nach diesem wird die Einspeisevergütung, die am Tag der Inbetriebnahme galt, für einen Zeitraum von 20 Jahren an die Betreiber der Solaranlagen gezahlt. Bisher galt: Je früher die PV-Anlage ans Netz ging, desto besser. Denn die Einspeisevergütung ist in der Vergangenheit stetig gesunken. 

Warum ist die Einspeisevergütung gesunken?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat eine Degression der Einspeisevergütung festgelegt. Laut dieser Regelung sinkt die Vergütung für neue Anlagen jeden Monat. Denn mit neuen Anlagen steigt das Angebot an Solarstrom, während die Nachfrage fast gleich bleibt. Damit muss der Preis für Solarstrom sinken. 

Die sinkende Einspeisevergütung war zu Anfang kein Problem. Doch seit geraumer Zeit liegt die Vergütung pro kWh unter den Kosten für die Produktion von Solarstrom. Damit sind Photovoltaik-Anlagen im Hinblick auf die Einspeisevergütung nicht mehr wirtschaftlich und Anlagen, deren Strom nur ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden soll, lohnen sich nicht mehr. Stattdessen ist es nun sinnvoller, den Strom selbst zu nutzen, da sowohl die Produktionskosten als auch die Einspeisevergütung unterhalb der aktuell steigenden Strompreise liegen. 

Einspeisevergütung 2022: Förderung der Volleinspeisung, Flexi-Modell und mehr

2022 hat sich in Sachen Einspeisevergütung für Solarstrom aber einiges geändert. Aufgrund der unsicheren Versorgungslage wurde die Degression der Vergütung bis 2024 ausgesetzt. Die Vergütungen wurden sogar erhöht.

Außerdem will der Staat nun Volleinspeisung fördern. Deshalb gelten ab nun an unterschiedliche Sätze für die Volleinspeisung und Teileinspeisung. Wer sich dafür entscheidet, den gesamten produzierten Strom ins öffentliche Netz fließen zu lassen, wird pro kWh Strom über 30% mehr Vergütung erhalten. Da dieser Vergütungssatz über den Produktionskosten für Solarstrom liegt, ist das Volleinspeisungs-Modell nun für die nächsten paar Monate wieder rentabel geworden. 

Ob das langfristig auch so bleibt ist fraglich. Denn die aktuelle Strom-Situation ist volatil. Doch glücklicherweise müssen Sie sich bei Kauf einer Photovoltaikanlage nicht mehr für die nächsten 20 Jahre festlegen. Mit dem neu eingeführten Flexi-Modell können Sie zu Beginn jedes Kalenderjahres entscheiden, ob sie den gesamten produzierten Solarstrom in das öffentliche Stromnetz einspeisen wollen, oder ob Sie einen Teil selbst nutzen möchten. 

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