Artikel erstellt am 14.12.2023
von Boris Stippe | ca: 6 Min. zu lesen

Solaranlage selber bauen: Eine Schritt-für-Schritt- Anleitung

In einer Welt, die zunehmend auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien setzt, erwägen viele den Bau eigener Solaranlagen. Leider ist dies ein sehr teurer Spaß. Viele kommen somit auf die Idee, die Anlage selbst zu bauen. Doch ist das überhaupt rechtlich erlaubt, und wenn ja: welche Faktoren müssen genau beachtet werden?

Es ist empfehlenswert die Solaranlage von einem Fachmann installieren zu lassen
Es ist empfehlenswert die Solaranlage von einem Fachmann installieren zu lassen (Bildquelle: marco2811 – stock.adobe.com)

Grundlagen: Ist der Selbstbau einer Solaranlage überhaupt möglich?

Die Eigenmontage einer Solaranlage stellt eine durchaus machbare Option dar. Es ist nicht unbedingt erforderlich, eine spezialisierte Montagefirma für die Installation einer Solaranlage zu engagieren. DIY-Begeisterte können mit etwas Fachwissen und Geschick die Photovoltaik(PV)-Module, den Wechselrichter und den Überspannungsschutz selbst auf ihrem Dach anbringen. Allerdings ist es entscheidend, rechtliche und technische Aspekte zu berücksichtigen. Vor allem der Anschluss der Anlage ans öffentliche Stromnetz sowie die Einbindung in das eigene Hausstromsystem muss zwingend von einem qualifizierten und zertifizierten Elektroinstallateur vorgenommen werden. Diese Regelung dient der Sicherheit und der Einhaltung der Elektronormen, um jegliche Risiken zu minimieren und die effiziente Funktion der Solaranlage zu gewährleisten.

Vor- und Nachteile

Der Selbstbau einer Solaranlage ist ein Thema mit vielen Facetten. Es bietet sowohl vorteilhafte als auch herausfordernde Aspekte, die eine gründliche Überlegung erfordern.

Kosten und Einsparungen

Die Eigenmontage einer Solaranlage birgt beachtliche Einsparmöglichkeiten. Professionelle Installationsdienste verlangen normalerweise zwischen 1.500 und 3.000 Euro, Kosten, die bei einem Selbstbau entfallen. Bei kleineren privaten Photovoltaik(PV)-Systemen können diese Einsparungen 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten betragen. Dies macht den Eigenbau zu einer verlockenden Wahl für kostenorientierte Hausbesitzer.

Herausforderungen und Risiken

Das Eigenprojekt des Baus einer Solaranlage ist eine komplexe und herausfordernde Aufgabe, besonders bei speziellen Dacharten wie Flachdächern oder Dächern aus Schiefer oder Blech. Die Schwierigkeiten steigen bei diesen Dachtypen deutlich an, da sie spezielles Fachwissen erfordern. Darüber hinaus birgt ein solches Vorhaben nicht nur technische, sondern auch rechtliche Herausforderungen. Der Eigenbau kann zum Verlust von Gewährleistungsansprüchen führen, und bei Schäden an der Anlage oder dem Gebäude können auch Versicherungsansprüche beeinträchtigt werden. Zu den möglichen Risiken zählen Feuchteschäden durch fehlerhafte Montage und Gefahren wie Brände oder Stromschläge. Diese Aspekte sollten gründlich überlegt werden, bevor man sich für die Eigeninstallation einer Solaranlage entscheidet. 

Solaranlage selber bauen

Wenn Sie sich trotz der Risiken für diesen Weg entscheiden, gibt es einige wichtige Schritte, die Sie befolgen sollten.

Wichtige Aspekte bei der Planung

Vor der Installation einer Solaranlage ist es essentiell, die Dachstatik zu überprüfen, um sicherzustellen, dass das Dach die Solarmodule tragen kann. Die Ausrichtung des Daches spielt eine wichtige Rolle: Steildächer mit 30 bis 40 Grad Neigung, vorzugsweise nach Süden ausgerichtet, sind ideal, da sie maximale Sonneneinstrahlung ermöglichen. Außerdem ist es wichtig, Verschattungen durch benachbarte Gebäude oder Bäume zu vermeiden, da diese die Leistung der Anlage beeinträchtigen können. Diese Faktoren sind entscheidend für die Effizienz der Solaranlage.

Vorbereitung für die Montage

Für die Installation einer Solaranlage ist die passende Ausrüstung von großer Bedeutung. Notwendig sind hierbei ein Helm, Handschuhe, Schutzbrille, Klettergeschirr und Sicherungsseile. Ebenso wichtig ist es, den Netzbetreiber über das Installationsvorhaben in Kenntnis zu setzen und eine befristete Montageversicherung abzuschließen, um während der Installation abgesichert zu sein. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Sicherheit und rechtlichen Schutz während der Montage zu gewährleisten.

Die eigentliche Montage

Bei der üblichen Aufdach-Montage auf Schrägdächern beginnt man mit der Installation von Dachhaken, die als Grundlage für das Montagesystem dienen. Daraufhin werden die Solarpaneele mit Modulklemmen fest und sicher montiert. Es ist äußerst wichtig, die Herstelleranleitung genau zu befolgen, um Installationsfehler zu vermeiden. Diese Montagemethode ist weit verbreitet und erfordert ein präzises und sorgfältiges Vorgehen, um eine erfolgreiche Installation zu gewährleisten.

Verkabelung und elektrischer Anschluss

Sobald die Module installiert sind, folgt die Verkabelung, die entweder über ein Stecksystem oder in Reihenschaltung erfolgt. Die Verlegung der Kabel muss sorgfältig und sicher vorgenommen werden. Für den finalen Anschluss an den Stromzähler und das öffentliche Stromnetz ist die Expertise eines zertifizierten Elektroinstallateurs erforderlich. Dieser Schritt ist entscheidend, um eine korrekte und sichere Einbindung der Solaranlage in das vorhandene Stromsystem zu gewährleisten.

Inbetriebnahme und Anmeldung

Wenn Sie die Anlage selbst installieren, müssen Sie nach der Fertigstellung das Inbetriebnahmeprotokoll eigenständig erstellen oder durch einen qualifizierten Elektroinstallateur erstellen lassen. Dieses Protokoll, zusammen mit Ihrer Anmeldung bei der Bundesnetzagentur, ist unverzichtbar, um die Vergütung für den ins Stromnetz eingespeisten Strom zu beanspruchen. Diese Schritte sind wichtig, um Ihre Solaranlage rechtlich korrekt zu betreiben und finanzielle Förderungen zu nutzen.

Selbstinstallation vs. Fachbetrieb

Die Gesamtkosten einer Solaranlage variieren je nachdem, ob Sie sich für eine Selbstinstallation oder die Beauftragung eines Fachbetriebs entscheiden. Bei der Beauftragung eines Fachbetriebs machen die Montagekosten etwa 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Ein direkter Vergleich der Optionen zeigt, dass eine Selbstinstallation zwar zunächst kostengünstiger erscheinen mag, jedoch können die potenziellen Risiken und der Mangel an fachlicher Expertise diesen Kostenvorteil schnell aufheben. Zudem können bei einer professionellen Installation langfristige Garantien und ein sicherer Betrieb gewährleistet werden, was letztlich zu einer höheren Rentabilität und Sicherheit der Anlage führen kann.

Wenn Sie sich gegen die Eigeninstallation Ihrer Photovoltaikanlage entscheiden, können Sie aus einer Vielzahl von Anbietern wählen, die sowohl auf regionaler als auch nationaler Ebene tätig sind. Regionale Anbieter bieten oft kostengünstigere Lösungen und verfügen über eine gute Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten. Nationale Anbieter hingegen können umfangreichere Servicepakete und oftmals auch erweiterte Garantieleistungen anbieten. Es ist empfehlenswert, Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen und diese im Hinblick auf Qualität, Garantiebedingungen und Leistungsumfang zu vergleichen.

Do-it-yourself Solaranlage – Mehr Risiko oder Chance?

Der Aufbau einer Anlage auf dem eigenen Dach klingt zuerst verlockend, erfordert jedoch sorgfältige Überlegung und Planung. Obwohl die Eigeninstallation Kosteneinsparungen bieten kann, dürfen Sicherheitsaspekte, fachliche Kompetenz und die langfristige Rentabilität nicht vernachlässigt werden. Es ist entscheidend, alle Optionen genau abzuwägen, um eine nachhaltige und effektive Lösung zu finden, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist. Trotz der gesetzlichen Erlaubnis zur Selbstinstallation raten Fachbetriebe und Hersteller meist dazu, diese Aufgabe erfahrenen Solar-Profis zu überlassen. Eine fachmännische Montage ist nicht nur für die Sicherheit und den erfolgreichen Betrieb der Anlage unerlässlich, sondern stellt auch sicher, dass die Investition langfristig wirtschaftlich bleibt. 

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