Artikel aktualisiert am 06.09.2022
von Karina Shepetunova | ca: 4 Min. zu lesen

E-Mobilität: Kostenfalle Akkutausch – so teuer kann es werden

Die Mobilitätswende schreitet stetig voran. Die Zukunft gehört den E-Autos. Aber ob als Neuwagen oder mit einigen Kilometern auf dem Tacho – geht der Akku kaputt, stehen Eigentümer oftmals vor einem großen finanziellen Problem.

Der Akku einer E-Autos hält bis zu 20 Jahre.
© Herr Loeffler – stock.adobe.com

Vielen ist möglicherweise nicht bewusst, dass eine der teuersten Komponenten in einem E-Auto tatsächlich der Akku ist. So ist es auch kein Wunder, dass die Kosten für den Austausch eines Akkus in einem E-Auto schnell in den 5-stelligen Bereich rutschen können.

Wie lange hält eine Batterie im E-Auto?

Die gute Nachricht zu allererst: Aktuellen Schätzungen zufolge halten die meisten Elektroauto-Batterien zwischen 10 und 20 Jahre. Erst nach Ablauf dieser Zeit müssen die Akkumulatoren ersetzt werden.

Zusätzlichen Schutz bieten die Automobilhersteller selbst. Denn diese gewähren großzügige Garantien auf die Akkus, welche in ihren Modellen verbaut sind. Der Standard beträgt 160.000 km oder acht Jahre. 

Sollte der Akku in dieser Zeitspanne kaputt gehen, wird er anstandslos ersetzt.

Kann man bei E-Autos den Akku ersetzen?

Ja, das ist zwar möglich, oftmals aber gar nicht notwendig. Es passiert nämlich nur sehr selten, dass der komplette Akku ausgewechselt werden muss. Viel öfter ist es der Fall, dass nur einzelne Module ersetzt werden müssen. 

Die Kosten für den Austausch einzelner Module in einem Akku für Elektroautos fällt bereits deutlich geringer aus, als der Ersatz eines kompletten Akkus. Der Preis ist im vierstelligen Bereich anzusiedeln. Auch hier ist es sehr schwer konkrete Zahlen ausfindig zu machen. 

Leasing statt Kauf

Wer sich der Gefahr eines kaputten Akkus im eigenen E-Auto nicht aussetzen will, kann sich stattdessen für ein Leasing-Fahrzeug entscheiden. 

Einerseits können Sie mit einem Leasing-Auto Teil der Mobilitätswende werden, ohne die Anschaffungskosten direkt aufbringen zu müssen. Andererseits bedarf es nur einer monatlichen Rate, um die Vorteile eines E-Autos nutzen zu können. Für Wartung und Reparatur sind Sie somit nicht zuständig. Dementsprechend sind auch kaputte Akkus nicht Ihre Sorge. 

Wie hoch die monatliche Leasingrate ausfällt, ist pauschal nicht zu sagen. Es hängt von vielen Faktoren wie beispielsweise dem Automodell oder dem Leasing-Modell ab.

Holen Sie vorab mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese genau. Denn auch das Leasing kann im schlimmsten Fall zu einer Kostenfalle werden.

E-Auto ohne Akku

Es gibt noch eine Möglichkeit, wie man das Problem eines kaputten Akkus im E-Auto umgehen kann. 

Es besteht nämlich die Möglichkeit ein Elektroauto zu kaufen, welches keinen Akku hat. Das ergibt einen geringeren Kaufpreis. Denn der Akku stellt, wie bereits erwähnt, einen großen Kostenpunkt beim Elektroauto dar. Zunächst ergibt das also eine finanzielle Erleichterung. Darauf folgen dann aber die Mietzahlungen für den Akku. 
Der monatlich zu zahlende Betrag ergibt sich bei einigen Herstellern aus der Fahrleistung, andere berechnen einen Fixpreis.

Wer sich für dieses Konzept entscheidet, hat im Falle eines kaputten Akkus keinerlei Probleme. Denn die defekte Komponente verbleibt im Besitz des Herstellers. Jedoch gibt es nicht mehr viele Hersteller, die diese Möglichkeit noch anbieten.

Wie viel kostet ein neuer Akku für ein E-Auto?

Diese Frage zu beantworten, ist gar nicht so leicht. Denn Autohersteller hüllen sich, was diesen Aspekt angeht, gern in Schweigen. 

Fest steht aber, dass es keinen Pauschalpreis gibt. Selbst bei den verschiedenen Fahrzeugen eines einzigen Herstellers variieren die Preise für neue Akkus für die jeweiligen Modelle. Ganz grob geschätzt kann man aber von einer Preisspanne von circa 10.000 – 20.000 Euro ausgehen. Erwähnenswert ist hierbei, dass dieser Preis nicht die Montagekosten beinhaltet. 

Der Ersatz eines Akkus in Elektroautos kann gut und gern 4 – 6 Stunden in Anspruch nehmen. Die genaue Dauer ist abhängig vom Automodell. Bei Kleinwagen erfolgt der Austausch des Akkus schneller als bei Limousinen und SUVs.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass bei weitem nicht jede Werkstatt diese Arbeit ausführen kann, steigt der Stundenlohn für derartige Arbeiten schnell in die Höhe. Preise von mehreren hundert Euro pro Arbeitsstunde sind keine Seltenheit.

Fazit

Ein komplett kaputter Akku ist bei einem Elektroauto sehr selten und unwahrscheinlich. Jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen. Oftmals sind es einzelne Module, die ausgetauscht werden müssen. Die Kosten dafür belaufen sich zwar auch auf mehrere Tausend Euro, sind aber im vergleich zum Preis für einen neuen Akku zumutbar. 

Wer sich vollständig von Problemen mit Akkus lossagen will, hat die Möglichkeit entweder das E-Auto direkt zu leasen, anstatt es zu kaufen oder das Elektrofahrzeug ohne Akku zu erwerben. Somit sind die Anschaffungskosten geringer, jedoch muss eine monatliche Miete für den Akku entrichtet werden. 

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, eines steht fest: Sie sind Teil der Mobilitätswende und tragen Maßgeblich zur Verbesserung der Ökobilanz bei.

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