Artikel aktualisiert am 18.05.2022 | von Constanze Weber | ca: 3 Min. zu lesen

Elektroauto mit Photovoltaik auf dem Dach

Ein Elektroauto, das mit Sonnenkollektoren seinen eigenen Strom erzeugt, ist ein Traum mancher Elektroauto Besitzer. Das wäre im Endeffekt die perfekte Lösung gegen Reichweitenangst und undichte Ladeinfrastruktur. Auch wenn es ohne Ladestecker noch nicht geht, gibt es bereits Elektrofahrzeuge mit Solardächern.

Elektroauto mit Photovoltaik auf dem Dach
Bild von CHUTTERSNAP auf Unsplash

Die Idee, Elektrofahrzeuge mit Sonnenkollektoren auszustatten, damit sie so viel Strom erzeugen können, wie sie brauchen, liegt auf der Hand. Tesla-Chef Elon Musk sprach 2017 im Zusammenhang mit dem Model 3 über das Thema, verfolgte es aber nicht weiter. Für den kommenden Tesla Cybertruck kündigte er dagegen eine Fotovoltaik-Option an, die für bis zu 24 Kilometer am Tag Strom liefern soll.

So funktioniert das E-Auto mit Solardach

Solarautos sind ganz normale Elektrofahrzeuge, die zusätzlich mit Sonnenkollektoren ausgestattet sind. Die Zellen befinden sich auf der Oberfläche des Autos, also auf Dach, Kofferraum oder Motorhaube. Wenn die Sonne scheint, erzeugen die Solarzellen Strom, der in die Batterie fließt und den Elektromotor antreibt. Das funktioniert auch an bewölkten Tagen, dann sind die Erträge allerdings deutlich geringer.

Zunehmende Effizienz der Solarzellen

Derzeit kann kein Auto allein aus Sonnenkollektoren mit ausreichend Strom versorgt werden. Strom aus der Sonne ist eine willkommene Ergänzung und kann bestenfalls die Distanzangst etwas abbauen. Mit zunehmender Effizienz der Solarzellen steigt aber auch der Anteil des selbst erzeugten Stroms in der Autobatterie.

E-Autos mit Solardach sind bei Start-ups keine Seltenheit mehr. Das langfristige Ziel ist es, solarbetriebene E-Fahrzeuge für den Massenmarkt zu entwickeln und damit eine nachhaltige Lösung für den weltweit wachsenden Mobilitätsbedarf zu bieten.

Günstige Wetterbedingungen

Solar-Elektrofahrzeuge brauchen keine umständliche Lade-Infrastruktur zum Aufladen, da sie nur die Sonne und konventionelle Steckdosen als Stromquelle verwenden. Je nach Standort könnte das E-Auto mit einer einzigen Ladung wochen- oder monatelang fahren. Die Gesamtreichweite soll im WLTP-Zyklus bis zu 725 km betragen. An einem sonnigen Tag sind bis zu 800 Kilometer möglich. Bei günstigen Wetterbedingungen reicht eine Ladung bis zu 1.000 Kilometer. Elektrofahrzeuge werden normalerweise über eine Steckdose oder eine öffentliche Ladestation mit Strom versorgt.

Grüner Strom

Neben Solarenergie soll das Elektrofahrzeug an jeder publiken Ladestation in Europa oder an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden können. PV-Dachanlagen tragen zum Klimaschutz bei und erzeugen jetzt besonders günstig Strom. Kombinieren Fahrzeugbesitzer eine Solaranlage mit ihren Elektrofahrzeugen, können sie noch mehr aus der Sonnenenergie herausholen.

Der Gewinn aus Photovoltaik verbessert zudem die Energieeffizienz. Diese attraktive Kombination sollten Energieversorger künftig verstärkt nutzen, um Kunden zu erreichen. Ein wichtiger Punkt: Um genügend Solarenergie zum Laden eines Elektrofahrzeugs zu haben, muss die Solaranlage möglichst groß sein.

Günstige Kosten pro Kilometer

Die Reisekosten von Elektrofahrzeugen sind angesichts der Verfügbarkeit von Strom bereits günstig. Elektrofahrzeuge verbrauchen je nach Größe durchschnittlich 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, beim Tesla Model S 70 sind es etwa 21 Kilowattstunden. Bei einem Haushaltsstrompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde entstehen dem Tesla Fahrtkosten von 5,30 Euro pro 100 Kilometer.

Zum Vergleich: Ein Auto mit Benzinmotor kostet durchschnittlich 11 Euro. Noch besser sieht es aus, wenn Sie eigenen Solarstrom zu Produktionskosten von 12 Cent pro Kilowattstunde nutzen. Dann sinken die Fahrtkosten des ausgewählten Teslas auf 2,50 Euro pro 100 Kilometer. Gegenüber Strom aus der Steckdose liegen die Einsparungen bei 50 Prozent.

Die verstärkte Nutzung von Solarenergie im Auto macht die PV-Anlage rentabler. Für Elektroauto-Enthusiasten ist dies auch aus anderen Gründen sinnvoll: Sie finden nicht immer kostenlose Ladestationen, und Strom ist dort teilweise recht teuer. Die Kosten können bis zu zwei Euro pro Kilowattstunde betragen. Solche Situationen können durch die eigene Solaranlage abgemildert werden.

Zudem kommt die Solarenergie einer geringeren Leistung der Ladestationen zugute. Auf diese Weise kann die Photovoltaikanlage einen Großteil der Batterie zugeführten Energie liefern. Die verstärkte Nutzung der Sonnenenergie im Auto senkt zudem die Reisekosten. Gegenüber Strom aus der Steckdose liegen die Einsparungen bei 50 Prozent.

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