Fahren Sie viel Auto? Dann sind Sie vielleicht an einer Solaranlage interessiert um damit ein Elektroauto aufzuladen. Doch wie viele Fahrtkosten können mit dem Ersatz von Benzin durch Solarenergie eigentlich gespart werden?
Kilowatt peak, Kilowattstunde & Kilometer
Die Leistung einer Solaranlage wird in Kilowatt Peak oder kWp angegeben. Der Verbrauch eines Elektroautos dagegen wird in Kilowattstunden oder kWh berechnet. Die meisten Leute sind aber nur mit Kilometern oder dem Kraftstoffverbrauch in Kilometern pro Liter Benzin vertraut. Um also die Ersparnis durch eine Solaranlage und Elektroauto zu ermitteln, müssen diese Maße erst umgerechnet werden.
Private Solaranlagen haben durchschnittliche Nennleistungen von 5 bis 12 kWp. Wie viele kWh die Anlage produziert, hängt vor allem vom Wetter und der Ausrichtung der Anlage ab. Durchschnittlich werden in Deutschland pro kWp jährlich etwa 900 bis 1.000 kWh Strom erzeugt. Eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 10 kWp, produziert also circa 10.000 kWh pro Jahr oder umgerechnet 27 kWh pro Tag.
Moderne Elektroautos verbrauchen im Alltag – abhängig von Fahrzeuggröße, Fahrweise und Jahreszeit – meist zwischen 16 und 20 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverluste. Also können rund 180km pro Tag mit Solarenergie zurückgelegt werden. Doch das ist nur eine Faustformel. Viele sportliche E-Modelle verbrauchen mehr kWh, viele moderne E-Kleinwagen weniger. Wie viele km zurückgelegt werden können, kommt also ganz auf Ihr Budget, Ihren Alltag und Ihre Ansprüche an. Dazu kommt, dass die durchschnittliche Stromproduktion von 27 kWh pro Tag nicht immer erreicht wird. Dazu braucht es eine Strombatterie.
Ersparnis durch Elektroauto und Solaranlage
Sobald Sie wissen, wie viele Kilometer Sie mit der Produktionsleistung Ihrer Solaranlage fahren können, können Sie auch Ihr Ersparnis berechnen.
Ein Elektroauto mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 18 kWh pro 100 Kilometern benötigt für 180 Kilometer etwa 32,4 kWh Strom. Bei Solarstromkosten von rund 6 bis 10 Cent pro kWh entstehen dadurch lediglich Fahrkosten zwischen ca. 2€ und 3,25€. Das ist deutlich günstiger als die Fahrt mit Benzin – egal welchen Kraftstoffverbrauch das Fahrzeug hat.
Während ein Verbrenner bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer und aktuellen Kraftstoffpreisen von rund 1,80€ pro Liter etwa 12,60€ pro 100 Kilometer kostet, lassen sich die Fahrkosten eines Elektroautos mit eigener Photovoltaikanlage deutlich reduzieren.
Lohnt sich die Investition in ein Elektroauto?
Ein Punkt, der viele von der Investition in ein Elektroauto abschreckt, ist der Preis. E-Autos sind in der Anschaffung meist teuerer als normale Fahrzeuge. Doch es kann trotzdem mit Ersparnissen gerechnet werden, wenn ein Elektroauto in Verbindung mit einer eigenen Solaranlage genutzt wird. Wir haben nachgerechnet:
Die Kosten für Treibstoffe:
- Benzin: 1.80 €/Liter (Stand: 2025)
- Strom aus der Steckdose: 0,30 €/kWh (Stand: 2025)
- Solarstrom aus Eigenproduktion: 0,11 €/kWh
Da sich Energiepreise laufend verändern, dienen die folgenden Werte als realistische Beispielannahmen. Für Benzin wird mit rund 1,80€ pro Liter gerechnet, für Haushaltsstrom mit etwa 0,30€ pro kWh. Selbst erzeugter Solarstrom aus einer modernen Photovoltaikanlage kostet je nach Rahmenbedingungen häufig zwischen 6 und 10 Cent pro kWh. Für die Beispielrechnung wird bewusst der obere Wert von 0,10€ pro kWh verwendet, um die Einsparung konservativ darzustellen.
Die Anschaffungskosten:
- Preis des E-Autos
- Anschaffungskosten für eine Ladestation
Nicht mit einberechnet wurden:
- Lokale Zuschüsse und Förderprogramme
- Anschaffungskosten für einen Batteriespeicher
Die laufenden Kosten pro Jahr
- Steuern
- Versicherungen
- Inspektionskosten
In der Kompaktklasse haben wir beispielhaft den VW Golf 1.5 eTSI mit dem Tesla Model 3 Highland verglichen. Zwar liegen die Anschaffungskosten des Elektroautos zunächst höher, jedoch gleichen die deutlich niedrigeren Energie- und Wartungskosten diesen Unterschied über die Nutzungsdauer zunehmend aus. Besonders beim Laden mit selbst erzeugtem Solarstrom sinken die laufenden Fahrtkosten erheblich. So lassen sich über einen Zeitraum von zehn Jahren – abhängig vom Strombezug und Fahrprofil – mehrere Tausend Euro an Betriebskosten einsparen.
Zusätzlich haben wir moderne SUV-Modelle betrachtet, darunter den Kia Sportage im Vergleich zum Hyundai IONIQ 5, bei denen sich der höhere Kraftstoffverbrauch eines Verbrenners besonders stark auf die laufenden Kosten auswirkt. Dadurch kann ein Elektro-SUV trotz des höheren Kaufpreises bereits nach wenigen Jahren wirtschaftlich attraktiver sein. Wird überwiegend mit eigenem Solarstrom geladen, erhöht sich der Kostenvorteil nochmals deutlich.
Auch in der oberen Mittelklasse zeigt sich das Einsparpotenzial moderner Elektrofahrzeuge. Im Vergleich einer BMW 330i Limousine mit einem Tesla Model 3 Long Range profitieren Fahrer vor allem von niedrigeren Energiekosten sowie geringeren Wartungs- und Verschleißkosten. Abhängig von Fahrleistung, Strompreis und Ladeverhalten können über einen Zeitraum von zehn Jahren erhebliche Einsparungen erzielt werden – insbesondere bei Nutzung einer eigenen Photovoltaikanlage.
Wie die Rechnung zeigt, lohnt sich die Investition in E-Mobilität heutzutage in allen Preis- und Autoklassen. Die jährlichen Ersparnisse können sogar einen Teil der Investitionskosten für eine Solaranlage tragen.





