Artikel aktualisiert am 01.06.2022 | von Jana Krüger | ca: 3 Min. zu lesen

Hat Deutschland ausreichend Flächen für PV-Anlagen?

Egal ob auf dem Dach, dem Carport oder auf Wiesen. Man sieht die PV-Anlagen heute fast überall in Deutschland. Viele Solarfirmen werben damit, dass PV-Anlagen ökonomisch und klimafreundlich sind. Sie produzieren Energie durch Sonnenstrahlen, eine natürliche und umweltfreundliche Quelle. Doch wie viele Flächen bleiben da noch übrig? Zerstören die Solaranlagen sogar wertvolle Agrarflächen?

© Desi – stock.adobe.com

Erfahren Sie mehr darüber, welche Flächen in Deutschland für PV-Anlagen genutzt werden und ob diese Nutzung umweltfreundlich ist.

Integrierte PV-Anlagen

Um die Solaranlagen noch klimafreundlicher zu machen, versucht die Bundesregierung diese so in die Landschaft zu integrieren, dass möglichst keine Fläche verschwendet wird. Dafür nutzt man die vorhandene Fläche doppelt.

Integrierte PV-Anlagen fügen sich in Gebäude, Verkehrswege und Fahrzeuge so ein, dass sie von außen meist nicht sichtbar sind.

Beispielsweise baut man diese heutzutage auf Moorflächen, auf Seen, auf Autobahnen oder auf Agrarflächen. Letzteres sind wohl flächenmäßig die größten Solaranlagen und am einfachsten umzusetzen. Es gibt in Deutschland also mehr als genug Fläche, die man doppelt nutzen kann und sollte. Die Bundesregierung möchte bis zum Jahr 2030 den Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien auf 80 % erhöhen. Dies sieht der Plan der Energiewende vor.

Agri-Photovoltaik

Diese PV-Anlagen nutzen Flächen, welche gleichzeitig für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion verwendet werden. Zurzeit beträgt die landwirtschaftlich genutzt Fläche in Deutschland rund 17 Millionen Hektar. Davon wird nur ein kleiner Anteil mit den Agri-Photovoltaik-Anlagen abgedeckt. Die Pflanzen werden dadurch nicht am Wachstum gehindert, ganz im Gegenteil. Viele profitieren von der Sonneneinstrahlung oder Pflanzen, die beispielweise Halbschatten benötigen.

Bauwerkintegrierte Photovoltaik

Diese Art von PV-Anlage dient sowohl zur Stromgewinnung als auch zur Wärmedämmung und Wetterschutz. Sie ist also multifunktional. Deshalb ist sie anderen PV-Anlagen ökonomisch und ökologisch überlegen. Durch ihre einfache Integration auf Dächern und Fassaden fallen sie im Landschafts- oder auch im Stadtbild kaum auf. Zudem haben diese Module einen großen Einfluss auf die Energiewende, da sie den CO2-Ausstoß der Gebäude deutlich verringert.

Schwimmende Photovoltaik

Schwimmende Photovoltaik Anlagen befindet sich auf Wasserflächen. Hier werden die Module auf Schwimmkörpern befestigt. Die Schwimmkörper sind am Gewässergrund oder am Ufer befestigt, damit die Anlage an der gleichen Stelle bleibt. Diese Art von PV-Anlage eignet sich in Deutschland besonders auf künstlichen Seen. Durch den Kühleffekt des Wassers kann zudem die Stromproduktion erhöht werden.

Fazit

Bei Nutzung aller verfügbaren Flächen für Photovoltaik, könnte man früher ein klimaneutrales Deutschland schaffen und die Energiewende noch weiter vorantreiben. Auch wenn all diese Photovoltaik-Anlagen viel Potenzial für ein grünes Deutschland haben, stellt die Umsetzung eine Problematik dar. Die Produktion dieser Anlagen ist viel komplexer und kostenaufwendiger als die herkömmliche Solaranlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses. Die Nutzung der Agrarflächen für Solarenergie ist aber in keinem Fall schädlich für die Landwirtschaft, da die Pflanzen weiterhin gedeihen können.

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