Artikel aktualisiert am 23.06.2022 | von Antonia Klatt | ca: 6 Min. zu lesen

Solaranlagen Abkürzungen und Fachbegriffe: kWh, kWP, MPP, EEG, und mehr 

Wer an einer eigenen Solaranlage interessiert ist und sich mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt, der weiß: Das Thema ist voller Fachbegriffe und Abkürzungen, die für Laien oft nur schwer zu verstehen sind. Doch keine Sorge, wir bringen Licht ins Dunkel der Solarstrombegriffe und erklären die wichtigsten Begriffe im folgenden Artikel. 

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AC-Nennleistung

AC ist die Abkürzung für “alternating current”, zu deutsch “Wechselstrom”. Die AC-Nennleistung (auch: Ausgangsleistung) bezeichnet die Leistungsfähigkeit des Wechselrichters. Die AC-Nennleistung gibt also an, wie viel des von der Solaranlage produzierten Gleichstroms der Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom umwandeln kann. Dabei gilt: je höher die AC-Nennleistung, desto effizienter Ihre Solaranlage. Die AC-Nennleistung wird in Prozent angegeben. Würde ein Wechselrichter den gesamten Strom in Wechselstrom umwandeln können, würde die AC-Nennleistung also 100% betragen. Technisch möglich und realistisch sind aber heutzutage Ausgangsleistungen von circa 95%.

Akkumulator

Akkumulator (kurz: Akku) ist der Fachbegriff für Batteriespeicher oder Stromspeicher. Diese speichern die von der Solaranlage erzeugte Energie für die spätere Nutzung. 

Antireflexschicht

Die Antireflexschicht stellt die oberste Schicht des Solarmoduls dar und sorgt für die typisch bläuliche Farbe. Sie wird auch als AR-Beschichtung oder ACR (englisch: anti-reflection coating) bezeichnet und verringert die Spiegelung von Sonnenlicht. Hierdurch werden optische Verluste vermieden und mehr Sonnenlicht in Solarenergie umgewandelt. Viele hochwertige Solarmodule verfügen über eine zweite Antireflexschicht innerhalb des Moduls. Eine gute ACR erhöht die Leistung eines Solarmoduls um bis zu 10%. 

Aufdach

Die Aufdach-Montage ist nur eine Methode der Photovoltaik-Installation. Bei der Aufdach-Montage werden auf den Dachziegeln Dachhaken angebracht, auf denen die Montageschienen befestigt werden. Auf diesen werden wiederum mit Befestigungsklammern die Solarmodule installiert. Im Gegensatz zur Aufdach-Montage werden bei einer Indach-Montage die Solarmodule direkt in das Dach integriert. 

Autarkie

Autarkie ist ein Synonym für Unabhängigkeit. Im Zusammenhang mit Photovoltaik beschreibt Autarkie, wie viel produzierten Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Die Autarkiequote (auch: Autarkiegrad) gibt den Anteil des genutzten Solarstroms im Verhältnis zum gesamten Jahresverbrauch in Prozent an. Der Autarkiewert gibt an, wie viel Reststrom sie zusätzlich aus dem Netz beziehen müssen, um den Jahresverbrauch zu decken. Bei einer PV-Anlage mit Batteriespeicher bzw. Akkumulator ist mit einem Autarkiegrad von bis zu 70% zu rechnen. Ohne Batteriespeicher erreichen Sie meist nur 30% Autarkie. Natürlich hängen diese Werte von der Größe der installierten Anlage ab. 

Blitzschutz

Bei Blitzschutz wird zwischen äußerem und innerem Blitzschutz unterschieden. Ersteren kennt man als Blitzableiter. Innerer Blitzschutz wird durch die Kopplung von Erdung und Montagegestell erreicht.

BMS

Das Batterie Management System (BMS) ist der wichtigste elektronische Teil einer Batterie. Es steuert, überwacht und sichert das Speichersystem ab und erhöht somit die Lebensdauer des Stromspeichers. 

Dachausrichtung

Die Dachausrichtung wird durch die geographische Ausrichtung des Hauses und die Dachform bzw. Dachneigung bestimmt. Süd-Dächer, bei denen die Sonne senkrecht einfällt, bescheren die höchsten Solar-Leistungen. Ost-West Dächer allerdings sorgen für eine verteilte und gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag hinweg und ermöglichen damit einen höheren Eigenverbrauch. 

EEG & Einspeisevergütung

EEG ist die Abkürzung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das seit dem Jahre 2000 die Einspeisung von Solarstrom regelt. Damit regelt das EEG auch die Inbetriebnahme einer Solaranlage sowie die Einspeisevergütung durch die EEG-Umlage. Die Einspeisevergütung erhalten alle Solarstromproduzenten, die Ihren Solarstrom in das öffentliche Netz einspeisen. 

Einspeisepunkt & Einspeisezähler

Der Einspeisepunkt ist der Ort, an dem die Einspeisung vonstatten geht. Bei Solaranlagen auf Privathäusern mit maximal 30 kWp ist der Einspeisepunkt in der Regel der Hausanschluss. Dort benötigen Sie auch einen Einspeisezähler (auch: Zweirichtungszähler), der misst, wie viel Kilowattstunden Strom Sie einspeiseng und wie viele Sie aus dem öffentlichen Stromnetz entnehmen. 

Ertragsprognose

Die Ertragsprognose ist eine Schätzung der zukünftigen Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage. Sie berechnet sich auf Basis der Anlagenleistung und Umwelteinflüssen wie Standort, Ausrichtung, Dachform und -Schräge, Verschattungen und mehr. 

Insellösung

Als Insellösung bzw. Inselanlage bezeichnet wird eine PV-Anlage die eigens der Eigenversorgung dient. Sie ist nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen und weder der Zukauf aus dem Netz noch die Einspeisung überschüssigen Solarstroms ist geplant. Für eine Insellösung werden nicht nur ein großer Batteriespeicher, sondern auch ein eigener Stromgenerator für den Winter oder andere Schlechtwetter-Perioden benötigt. 

kWh (Kilowattstunde) 

Die Kilowattstunde ist eine Maßeinheit für Energie. kWh ergibt sich aus der Multiplikation von Leistung (W) und Zeit (h). Damit ergibt sich die Leistung in Watt pro Stunde. 

kWp (Kilowatt-Peak) 

kWp steht für Kilowatt-Peak und bezeichnet die elektrische Maximalleistung einer Solaranlage. Diese Leistung wird in einem idealen genormten Testumfeld, dem STC (Standard Test Conditions) gemessen. Oft wird in kWp bzw. in Wp (Watt-Peak) auch der Ertrag und die Wirtschaftlichkeit quantifiziert. 

In der Solarbranche wird der Begriff kWp aber am öftesten im Zusammenhang mit der Größe der installierten Anlage genutzt. Je mehr Solarmodule installiert werden, desto größer ist die maximale Leistung insgesamt und desto mehr kWp. 

Leistungsoptimierer & Maximum Power Point (MPP)

Der Maximum Power Point (MPP) ist der Betriebspunkt, an dem eine Solaranlage möglichst viel Energie erzeugt. Der MPP ist vor allem von der Sonneneinstrahlung und der Temperatur der Solarzelle abhängig. Ein Leistungsoptimierer kann an jedem einzelnen Solarmodul installiert werden und diesen MPP dann jeweils bestimmen. Damit lassen sich insbesondere bei komplizierten Dachkonstellationen und Schattenwürfen Ertragsverluste minimieren. Er wird auch Gleichspannungswandler genannt. 

Monokristallin vs. Polykristallin

Monokristalline Solarzellen (auch: Einkristallin) enthalten einen höheren Siliziumanteil als Polykristalline Zellen, sind dunkelblau bis schwarz, und aufwendiger in der Herstellung. Sie bieten eine höhere Leistung pro Zelle als polykristalline Solarzellen, eignen sich deshalb zum Einsatz auf kleineren Dächern, sind aber auch teurer in der Anschaffung.

Photovoltaik und Solar

Photovoltaik bezeichnet den Prozess der Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie. Eine PV-Anlage bzw. Solaranlage besteht aus Modulen, die jeweils wieder aus 36 bis 72 Solarzellen bestehen. Die Solarzellen sind für die Umwandlung selbst verantwortlich. 

Reihenschaltung und Parallelschaltung

Das Wort Schaltung bezeichnet die Verkabelung zwischen den einzelnen installierten Modulen auf dem Dach. Bei einer Reihenschaltung werden alle Module in einem einzigen Strompfad verkabelt. Bei einer Parallelschaltung läuft der Strom jeweils nur durch ein Modul. Die Module teilen sich lediglich die Verkabelung zum Wechselrichter. 

70-Prozent Regelung

Laut der 70-Prozent Regelung dürfen Solarstrom-Produzenten nur maximal 70 Prozent des herstellbaren Stroms in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Damit soll eine Überlastung vermieden werden. Um sich ihre Einspeisevergütung auszurechnen, müssen Sie also die Leistung ihrer zukünftigen Anlage zunächst mit 0,7 und dann mit der aktuellen Vergütung multiplizieren. 

Wafer

Der Wafer ist das Hauptelement jeder Solarzelle. Er besteht aus geschmolzenem, in Form gegossenen und hauchdünn geschnittenem Silizium. 

Wechselrichter

Der Wechselrichter wandelt den von den Solarmodulen produzierten Gleichstrom in im Haushalt verwendbaren Wechselstrom um und speist den Strom unter Umständen direkt in das öffentliche Stromnetz ein. Die AC-Nennleistung bzw. die Leistung des Wechselrichters wird in Prozent angegeben. 

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