Artikel erstellt am 10.07.2022 | von Jana Krüger | ca: 3 Min. zu lesen

Was ist eine Stromcloud und wie funktioniert sie?

Das Wort Cloud leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet Wolke. Viele kennen die Cloud, wenn es darum geht seine Bilder und Videos vom Handy in einer virtuellen Datenbank zu speichern und diese zu einem beliebigen Zeitpunkt abrufen zu können. Doch was ist eine Stromcloud? Kann sich jeder eine Stromcloud zulegen? Wenn ja, wie genau geht das Ganze vonstatten?

In diesem Artikel erklären wir, was genau eine Stromcloud ist, wie diese funktioniert und welche Vorteile Sie daraus ziehen können.

© Photobank – stock.adobe.com

Was genau ist eine Stromcloud?

Wie bereits erwähnt, hat eine Cloud etwas mit dem virtuellen Speichern von Daten zu tun. Eine Stromcloud suggeriert, dass man Strom speichern und zu einem beliebigen Zeitpunkt verbrauchen kann. Man kann sich das Ganze wie ein virtuelles Netzwerk vorstellen, wo der überschüssige Strom aus der eigenen Stromproduktion gesammelt wird. Dieser Strom verweilt so lange in der Cloud, bis Sie ihn nutzen möchten. Das bietet sich beispielsweise an sonnenarmen Tagen oder am Abend an. Im Idealfall können Sie dadurch nicht nur Strom an bewölkten Tagen nutzen, sondern Ihre Stromkosten auf null senken und vollkommen autark werden.

Funktion einer Stromcloud

Eine Stromcloud ist nichts anderes als eine Gemeinschaft aus mehreren privaten Haushalten, die selber Strom produzieren. Wenn Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben und eventuell auch einen Speicher, können Sie Teil dieser Gemeinschaft werden. Die Umsetzung dieser Cloud verwaltet der Anbieter.

Bei eine PV-Anlage mit Speicher im klassischen Sinne würde, wenn die Speicherkapazität erschöpft ist, der überschüssige Strom verloren gehen oder ins Netz eingespeist werden. Durch eine Cloud kann die Kapazität so weit ausgedehnt werden, dass der überschüssige Strom mehrere Monate lang benutzt werden kann. Der überschüssige Strom wird in der Cloud allerdings nur theoretisch gespeichert. Vielmehr wird er ihnen gutgeschrieben. Das bedeutet, dass die Energie, welche aus dem Verbrauch der Cloud kommt, neu produzierter Strom aus anderen Solaranlagen ist. Beispielsweise von der Anlage ihres Nachbarn. Der Strom wird nur „virtuell“ gespeichert, bis Sie diesen Strom dann beispielsweise im Winter nutzen möchten. Dann erhalten Sie den Strom kostenlos wieder zurück.

Wie viel kostet eine Stromcloud?

Die monatlichen Kosten einer Stromcloud werden individuell nach ihrem Stromverbrauch berechnet. Zudem spielt die Größe ihrer Photovoltaikanlage eine wichtige Rolle. Lassen Sie sich am besten von einem Stromcloud-Anbieter beraten. Man kann aber mit Kosten von ungefähr 20 Euro im Monat für diese Dienstleistung rechnen.

Welche Vorteile bietet eine Stromcloud?

  • Den überschüssigen Strom können Sie auch anderen Cloud-Mitgliedern zur Verfügung stellen oder auch von diesen den Strom beziehen.
  • Sie können 100% unabhängig von Ihrem Stromanbieter werden
  • Ihre Stromkosten werden enorm gesenkt
  • Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz
  • Ihre CO2-Emissionen werden um ein Vielfaches gesenkt
  • Stromrechnungen können vermieden werden

Hat die Stromcloud auch Nachteile?

  • Komplizierte Preis- und Vertragsmodelle
  • Kosten können höher ausfallen als wenn Sie den Reststrom von ihrem Anbieter beziehen
  • Konditionen der Stromcloud vom Speicher abhängig –> oft werden zu große und teure Speicher verkauft
  • Tarife variieren sehr zwischen den Anbietern
  • Der überschüssige Strom, der nicht abgerufen wurde, kann verfallen
  • Finanzverwaltung über die Steuerfrage noch unentschlossen

Fazit

Holen Sie sich am besten mehrere Angebote ein und schauen Sie, welches davon für Sie in Frage kommt. Jeder Anbieter hat andere Preise und unterschiedliche Angebote. Manche bieten Ihnen nur die Cloud an, manche bieten eine Cloud als Speicherergänzung an und andere wiederum eine Stromcloud inklusive Speicher. Dabei müssen Sie sich nach Ihrem Stromverbrauch richten und entscheiden, welche Option am profitabelsten ist.

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