Artikel aktualisiert am 21.07.2022 | von Karina Shepetunova | ca: 4 Min. zu lesen

Erhöhen PV-Anlagen das Brandrisiko?

Der Boom von Solaranlagen auf Privatdächern nimmt stetig zu. Die Vorteile dieser Art der Energieversorgung liegen auf der Hand. Aber steigen durch PV-Anlagen die Sicherheitsrisiken? Im folgenden Beitrag gehen wir der Frage nach, ob PV-Anlagen das Brandrisiko erhöhen.

Ist eine Solaranlage ein Sicherheitsrisiko. Erhöht eine PV-Anlage das Brandrisiko?
© Laurens – stock.adobe.com

Zwar werden PV-Anlagen bereits seit mehreren Jahrzehnten deutschlandweit auf Dächern montiert, nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Themen, die besonderer Aufklärung bedürfen. Wer grünen Strom produziert, möchte andererseits sicherstellen, dass Gefahren durch die Neuanschaffung auf dem Dach minimiert werden. Beschäftigen wir uns in diesem Artikel also mit dem Thema Brandrisiko.

Stellt die Solaranlage ein Sicherheitsrisiko dar?

Von einer sachgemäß installierten Photovoltaikanlage geht kein zusätzliches Sicherheitsrisiko aus.

Sollten Sie sich dafür entscheiden, Ihre Photovoltaikanlage eigenhändig auf dem Dach zu montieren, erhöht sich das Sicherheitsrisiko jedoch. Daher ist von dieser Idee strengstens abzuraten.

Laut TÜV Rheinland und Frauenhofer ISE haben etwa 0,016 Prozent der bis 2013 installierten Anlagen in Deutschland einen Brand verursacht. Die Ursachen hierfür waren Planungsfehler, Installationsfehler oder defekte Geräteteile.

Um das Risiko eines Brandes zu minimieren, sollte die Photovoltaikanlage nach geltenden Richtlinien und Vorschriften der Innung und der DIN VDE geplant, installiert und in Betrieb genommen werden.

Wie minimiere ich die Brandgefahr meiner Photovoltaikanlage?

Bei gewerblichen Anlagen ist es derzeit gesetzlich geregelt, dass die fertig aufgebaute Anlage vor der Inbetriebnahme durch den TÜV geprüft wird. Ebenso ist es vorgeschrieben, dass der TÜV die Anlage alle 4 Jahre routinemäßig prüft. Ohne diese Maßnahmen erlischt die Betriebserlaubnis. Im Fall einer privat betriebenen Anlage reicht es, wenn die Erstabnahme durch den Installateur durchgeführt wird. Eine intervallmäßige Prüfung ist nicht vorgeschrieben.

Um das Brandrisiko bei privat betriebenen Anlagen zu senken, empfiehlt es sich, die gesetzlichen Vorschriften der gewerblichen Anlagen auf private Anlagen zu übertragen. Hintergrund ist hierbei, dass private Immobilen mit der Zeit diverse bauliche Änderungen durchlaufen und damit möglicherweise die ursprüngliche Installation der PV-Anlage verändern. Der Blick eines unabhängigen Dritten ist in jederlei Hinsicht eine gute Idee.

Lithium ist nicht gleich Silizium!

Diese beiden Begriffe klingen sehr ähnlich und bewirken bei vielen Menschen einen Irrglauben. Lithium ist sehr reaktionsfreudig. ABER: Lithium ist der Basisstoff für die Akkus im E-Auto. Silizium ist jedoch der Baustoff für Photovoltaik-Module. Das Element Silizium ist aufgrund seines chemischen Aufbaus eher reaktionsträge. Für Interessierte lohnt sich hierbei ein Blick ins Periodensystem der Elemente.

Lithium geht eine sehr stark reagierende Verbindung mit Wasser ein, Silizium hingegen ist an einer Verbindung mit Wasser bei Normaltemperaturen nicht interessiert.

Löscht die Feuerwehr brennende Hausdächer, auf denen eine Photovoltaikanlage installiert ist?

Das Gerücht, dass die Feuerwehr Dächer mit PV-Anlagen nicht löschen würde, hält sich nach wie vor hartnäckig in Diskussionen rund um Solaranlagen. Welche weiteren Irrtümer bezüglich PV-Anlagen es gibt, erfahren Sie hier.

Selbstverständlich löscht die Feuerwehr bei einem Brand mit Solaranlage. Es gibt jedoch Vorsichtsmaßnahmen, die der Feuerwehr die Arbeit im Notfall erleichtern. In diesem Artikel gehen wir der Frage im Datail nach.

Wie kann ich mich gegen das Brandrisiko versichern?

Ob Sie eine Versicherung für Ihre Photovoltaikanlage anschließen, bleibt Ihnen überlassen. Eine gesetzliche Vorschrift diesbezüglich gibt es nicht. Da die Kosten bei einem Schaden aber schnell ungeahnte Ausmaße annehmen können, ist es lohnenswert, sich nach einer geeigneten Versicherung umzuschauen. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, welche Schadensfälle es gibt und welche Versicherungen passen.

Auf welche Punkte sie beim Anschluss einer Versicherung für Ihre Photovoltaikanlage achten müssen, erfahren Sie hier

Bauliche und weitere Maßnahmen zum Brandschutz im Überblick:

  1. Installation immer durch einen Fachbetrieb durchführen lassen
  2. Abnahme der Anlage durch den TÜV
  3. Installation eines dualen Feuerwehrschalters (vor Ort und fernbedienbar)
  4. Notfall-Kurzschlussschalter für PV-Module installieren lassen.
  5. Genormtes Hinweisschild an der Hauptverteilung und am Grundstückszugang
  6. Im Fall eines Brandes schon beim Notruf die PV-Anlage erwähnen
  7. Batteriespeicher an einem möglichst abgetrennten, kühlen Ort installieren

Fazit

Photovoltaikanlagen erhöhen nicht das Risiko für einen Brand. Nichtsdestotrotz gibt es einige Punkte, welche man beachten muss, um das Brandrisiko zu minimieren.

Nutzen Sie gern den Solarrecher von Selfmade Energy. So können Sie die besten Angebote für PV-Anlagen vergleichen und im Anschluss eine verlässliche Firma finden. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

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