Artikel aktualisiert am 13.09.2022 | von Karina Shepetunova | ca: 4 Min. zu lesen

Brandgefahr bei Solaranlagen: Löscht die Feuerwehr mein Haus im Brandfall?

Hartnäckig hält sich das weitverbreitete Gerücht, die Feuerwehr würde ein in Flammen stehendes Haus mit PV-Anlage nicht löschen. Grundsätzlich ist diese Aussage falsch. Dennoch gibt es Vorsichtsmaßnahmen, die der Feuerwehr die Arbeit im Notfall erleichtern. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Brandgefahren bei Photovoltaikanlage
Störfall an einer Solaranlage (Bildquelle: Pixabay)

Kann man die Brandgefahr für ein Haus mit Photovoltaikanlage minimieren?

Bereits bei der Planung und Installation gibt es Möglichkeiten, die Brandgefahr zu minimieren. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben eine Firma mit der kompletten Installation der PV-Anlage zu beauftragen. Jedoch kann genau das der erste Schritt sein, um die Gefahr eines Brandes zu reduzieren. Zum Großteil dürfen Sie die Anlage zwar selbst montieren, sind aber auch bei Risiken und Haftungsfragen selbst verantwortlich. Somit sind Sie definitiv auf der sicheren Seite, wenn Sie Experten beauftragen. Diese sind dann für die Planung und Umsetzung ihrer Photovoltaikanlage verantwortlich. Auf diese Weise wird die Arbeit fachmännisch verrichtet und die Gefahr eines eventuellen Brandes wird verringert.

Welche Gefahren gehen von einer Photovoltaikanlage im Brandfall aus?

Ein großer Faktor für Gefahren im Brandfall einer Photovoltaikanlage ist zweifelsohne der Strom. Sollte die Anlage beim Eintreffen der Feuerwehr nicht ausgeschaltet sein, besteht das Risiko eines Stromschlags. Ein Mindestabstand von einigen Metern schützt die Feuerwehr während der Brandbekämpfung vor Stromschlägen. Auch das Löschwasser, welches sich entweder im Haus ansammelt, oder außen am Haus entlangläuft, kann unter Strom stehen. Auch hier hilft der Mindestabstand. Als dritte Gefahrenquelle ist noch der Rauch zu erwähnen, welcher sich während des Feuers ausbreitet. Dieser kann unter anderem giftige Stoffe beinhalten. Er ist somit nicht nur für die Einsatzkräfte gefährlich, sondern auch für alle, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden.

Gibt es trotz professioneller Installation Risikofaktoren?

Laut der Studie des TÜV Rheinland und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) ist das Brandrisiko bei Photovoltaikanlagen erst einmal sehr gering. Kommt es jedoch zu Installationsfehlern, oder werden gar Elemente mit Produktmängeln verbaut, steigt die Möglichkeit für Fehler. Diese können dann zu einem Brand führen. Die falsche Installation des Wechselrichters oder des DC-Steckers sind zwei Hauptursachen für die Entstehung der Brände . Das ergab die Analyse des Instituts. Als ebenfalls problematisch erwiesen sich mangelhafte Solarmodule.

Um das insgesamt geringe Brandrisiko durch PV-Anlagen noch weiter zu reduzieren, sollten Sie auf eine hochwertige Qualität der Komponenten achten. Auch die richtige Wahl einer erfahrenen Solarfirma ist wichtig. Der Angebots- und Preisvergleich von Selfmade Energy hilft Ihnen dabei, schnell und einfach hochwertige Komponenten und eine zuverlässige Solarfirma zu finden.

Welche Maßnahmen können im Ernstfall helfen?

Sobald der Installationsvorgang abgeschlossen ist, sollten Sie am elektrischen Hausanschluss einen Hinweis auf die Photovoltaikanlage anbringen. Besonders hilfreich ist hier ein genormtes Hinweisschild zur PV-Anlage. Dieses befestigen Sie am besten in unmittelbarer Umgebung der Hausverteilung bzw. des Hausanschlusskastens. Die Erweiterung des Hinweisschildes durch einen Übersichtsplan zur Elektrik der Photovoltaikanlage hilft der Feuerwehr im Notfall zusätzlich. Diesen Übersichtsplan sollten Sie allerdings nicht in einer Schublade irgendwo im Haus verstauen. Haben Sie ihn lieber griffbereit, denn wenn es erstmal brennt, muss es schnell gehen. Neben den bereits erwähnten Maßnahmen, ist die Installation eines Feuerwehrschalters besonders wichtig und hilfreich. Dieser Schalter trennt die Solarmodule schnell und effektiv vom Stromnetz und erleichtert im Notfall die Arbeit der Einsatzkräfte.

Es brennt – Was ist jetzt wichtig?

Sollte es nun doch zum sehr unwahrscheinlichen Ernstfall kommen, müssen Sie natürlich sofort die Feuerwehr informieren. Teilen Sie der Person am Telefon direkt mit, dass sich eine PV-Anlage auf dem Dach des Hauses befindet. Somit kann der Einsatz direkt mit einer elektrotechnischen Fachkraft geplant und ausgeführt werden.

Wenn das Dach brennt, ist es schwer einen kühlen Kopf zu bewahren und alle wichtigen Informationen direkt am Telefon zu erwähnen. Dafür ist dann das bereits oben erwähnte Hinweisschild am Hausanschlusskasten wichtig. Damit erhalten die Einsatzkräfte vor Ort direkt die nötige Auskunft und haben so zusätzliche Sicherheit während des Einsatzes.

Fazit

Zwar ist die Möglichkeit eines Brandes im Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage sehr gering, kann jedoch nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Führt die Installation Fachpersonal durch, wird das Risiko verringert. Sollte es doch dazu kommen, wird die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung natürlich ihr Möglichstes tun. Ein Hinweisschild am elektrischen Hausanschluss, ein Übersichtsplan zur Elektrik und ein Schalter zur Trennung der Solarmodule vom Stromnetz, können den Einsatzkräften die Arbeit erleichtern. Um im Zweifelsfall auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie es in Erwägung ziehen, eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Welche Versicherung Sie abschließen können, um im Zweifelsfall auf der sicheren Seite zu sein, finden Sie hier.

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