Artikel aktualisiert am 21.05.2026
von Boris Stippe | ca: 5 Min. zu lesen

Die Strompreisentwicklung in Deutschland

In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland eine deutliche Entwicklung bei den Strompreisen vollzogen. Dies hat spürbaren Auswirkungen für Verbraucher und Unternehmen. Die Installation einer Solarstromanlage auf dem Dach wird angesichts dieser kontinuierlichen Preissteigerungen immer attraktiver, da sie eine lukrative Möglichkeit bietet, die steigenden Energiekosten zu kompensieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Der Strompreis ist in den letzten zehn Jahren erheblich gestiegen (Bildquelle: Wolfilser – stock.adobe.com)

Hier erfahren Sie, wie sich die Strompreise in Deutschland zwischen 2016 und 2026 entwickelt haben, wie hoch der aktuelle Strompreis ist und aus welchen Komponenten er sich zusammensetzt.

Strompreisentwicklung in Deutschland in den letzten 10 Jahren

Zwischen 2016 und 2026 haben sich die Strompreise in Deutschland deutlich verändert. Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Strompreis für Haushalte noch bei rund 27,4 Cent pro Kilowattstunde. Während der Energiekrise erreichten die Preise zeitweise historische Höchststände von über 45 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2026 liegen die durchschnittlichen Strompreise je nach Tarifmodell und Anbieter wieder niedriger, bewegen sich jedoch weiterhin über dem Niveau von 2016.

Insgesamt zeigt sich zwischen 2016 und 2026 trotz zwischenzeitlicher Schwankungen ein langfristig höheres Preisniveau für Strom in Deutschland. Vor allem die Abgaben pro Kilowattstunde sind in den letzten Jahren stark angestiegen: Rund 14,20 Cent pro Kilowattstunde gehen an den Staat, das ist fast die Hälfte des Gesamtpreises.

Besonders die gestiegenen Beschaffungs- und Energiekosten haben in den vergangenen Jahren erheblich zur Strompreisentwicklung beigetragen. Vor allem während der Energiekrise ab 2022 kam es zu starken Preissprüngen an den Strombörsen, die sich direkt auf die Endverbraucherpreise ausgewirkt haben.

Angesichts dieser Entwicklung wird die Installation einer Solaranlage auf dem Dach für viele Verbraucher immer attraktiver, da sie eine Möglichkeit bietet, den steigenden Energiekosten entgegenzuwirken und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Die Zusammensetzung des Strompreises hat sich zwischen 2016 und 2026 mehrfach verändert – insbesondere durch den Wegfall der EEG-Umlage sowie schwankende Beschaffungs- und Netzkosten.

Den größten Anteil am Strompreis machen heute Beschaffung, Vertrieb und Stromerzeugung aus.
Die Stromerzeugung ist der einzige Faktor, den die Stromversorger bei der Preisgestaltung für ihre Kunden beeinflussen können. Alle anderen Bestandteile des Strompreises sind entweder gesetzlich vorgeschrieben oder werden von anderen Akteuren wie den Verteilungs- und Übertragungsnetzbetreibern festgelegt. Im Preisanteil sind verschiedene Kosten enthalten, darunter die Aufwendungen für die Strombeschaffung, die aufwändige IT-gestützte Endkundenbelieferung und -abrechnung (siehe Energievertrieb) sowie die Marge des Stromversorgers und Aufschläge zur Abdeckung von Kreditrisiken im Endkundenvertrieb, die mögliche Ausfälle abfedern sollen. Die Strombeschaffung erfolgt in der Regel entweder vollständig über einen Vorlieferanten, der auch die notwendige Flexibilität für Nachfrageschwankungen bereitstellt, oder teilweise über den Stromhandel. Grundlage für die Beschaffung ist eine Prognose des erwarteten Stromverbrauchs der Endkunden für das jeweilige Lieferjahr. Diese Prognose wird entweder vom Vorlieferanten mit den notwendigen Flexibilitäten beschafft oder in handelbare Produkte aufgeteilt und an den Energiehandelsmärkten sukzessive abgesichert.

Hinzu kommen staatlich regulierte Bestandteile wie Steuern, Umlagen und Abgaben.
Ein Teil des Strompreises entfällt auf staatlich regulierte Bestandteile wie Steuern, Abgaben und Umlagen. Dazu zählen beispielsweise die Stromsteuer, Netzentgelte, Konzessionsabgaben und gesetzliche Umlagen für den Ausbau und Betrieb der Energieinfrastruktur. Die frühere EEG-Umlage wurde im Jahr 2022 abgeschafft, um Verbraucherinnen und Verbraucher finanziell zu entlasten. Wie hoch der Anteil staatlicher Preisbestandteile ausfällt, hängt unter anderem von den Marktpreisen, den Netzkosten und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.

Auch die Netzentgelte spielen eine wichtige Rolle bei der Zusammensetzung des Strompreises und unterscheiden sich regional teilweise deutlich.
Die Höhe der Netznutzungsentgelte hängt unter anderem davon ab, auf welcher Spannungsebene Strom bezogen wird. Große Industrieunternehmen, die direkt an höhere Spannungsebenen angeschlossen sind, zahlen häufig geringere Netzentgelte als private Haushalte. Zudem gibt es in Deutschland regionale Unterschiede bei den Netzentgelten. Diese entstehen unter anderem durch unterschiedliche Anforderungen an den Ausbau und Betrieb der Stromnetze im Zuge der Energiewende und des Ausbaus erneuerbarer Energien.

Inwiefern kann eine PV-Anlage meine Stromkosten reduzieren?

Grundsätzlich hat jeder Hausbesitzer die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach zu installieren, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Um herauszufinden, ob das Dach für eine PV-Anlage geeignet ist, bietet unsere Checkliste eine hilfreiche Orientierung.

Eine Solaranlage sollte als langfristige Investition von mindestens 20 Jahren betrachtet werden. Je nach Stromverbrauch, Eigenverbrauchsquote und Anlagengröße kann sich eine Photovoltaikanlage bereits nach wenigen Jahren wirtschaftlich rechnen. Das bedeutet angesichts der stetig steigenden Strompreise eine erhebliche Kostenersparnis. Darüber hinaus kann eine PV-Anlage die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz deutlich reduzieren, insbesondere in Kombination mit einem Stromspeicher.

Die Höhe der Ersparnis hängt natürlich von der Größe der Anlage und dem individuellen Verbrauch ab, aber bei einer Laufzeit von 20 Jahren können mehrere tausend Euro eingespart werden.

Um einen detaillierten Einblick in die Strompreisentwicklung der letzten 10 Jahre und die prozentualen Anteile des Strompreises pro Kilowattstunde zu erhalten, bietet die beigefügte Tabelle eine anschauliche Darstellung.

Strompreisentwicklung 10 Jahre
Strompreisentwicklung 2017 bis 2026 (Bildquelle: https://strom-report.com/strompreisentwicklung/)
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