Artikel erstellt am 07.07.2022 | von Henry Faber | ca: 7 Min. zu lesen

Die Solar-Trinität: PV-Anlage in Kombination mit einer Wärmepumpe und E-Mobility

Mit einer eigenen Solar-Anlage erzeugen Sie umweltschonend Strom und sparen dabei auch noch Kosten. Doch besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe und E-Vehikeln schließt sich der Kreis um Ihr nachhaltiges Solar-Zuhause. Wir wollen Ihnen hiermit eine allgemeine Übersicht zu den Technologien geben. 

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Eine Solar-Anlage für das eigene Zuhause

Lassen Sie die Sonne für sich scheinen: Wer sich noch nicht dazu entschlossen hat, sein Zuhause mit einer Photovoltaik-Anlage auszustatten, sollte sich von den vielen Vorteilen überzeugen lassen. 

Stromkosten sparen

Sie werden einen Teil Ihres Energiebedarfs mit dem Strom decken, den Ihre Solar-Anlage erzeugt hat. Das sollte bedeuten, dass Sie weniger für den von Ihnen verbrauchten Strom bezahlen. Wie viel Sie sparen, hängt von der Größe Ihrer Solaranlage und Ihrem Stromverbrauch ab. Überschüssigen Strom können Sie in das Netz einspeisen, Ihre Wärmepumpe damit betreiben oder damit etwaige E-Fahrzeuge aufladen.

Erneuerbare Energie zum Schutz der Umwelt

Photovoltaikanlagen gewinnen Energie aus der Sonne. Die Paneele auf Ihrem Dach tragen dazu bei, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und unsere kollektive Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Außerdem verringern Sie durch die Installation einer Solaranlage nicht nur Ihren eigenen CO2-Fußabdruck, sondern steigern durch das Einspeisen Ihres überflüssigen Stroms ins Energienetz auch den Anteil erneuerbarer Energien im Strommix Deutschlands.

Unabhängigkeit vom Stromnetz

Durch die Installation einer Photovoltaikanlage auf Ihrem Haus könnten Sie völlig energieunabhängig werden. Mit einer PV-Anlage könnten Sie in der Regel ausreichend Energie für Ihr Haus erzeugen und sind dabei völlig unabhängig von der Fluktuation der Strompreise.

Sekundäre Nutzen einer PV-Anlage für Ihr Zuhause

Eine PV-Anlage ermöglicht weitere Nutzen, die sich smart in Ihrem Haus kombinieren lassen. So betreiben Sie mit dem erzeugten Strom Ihre umweltschonende Wärmepumpe und laden die Akkus Ihrer E-Fahrzeuge auf. Lesen Sie dazu folgend mehr. 

Wärmepumpe mit Solarenergie betreiben

Können Solaranlagen genug Strom erzeugen, um eine Wärmepumpe zu betreiben? Ja, das können sie in der Tat. Ist dies nicht das stärkste Argument, um eine PV-Anlage mit einer Wärmepumpe in Ihrem Zuhause zu kombinieren? Doch lassen Sie uns vorne beginnen:

Was ist eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist Teil Ihres zentralen Heiz- und Kühlsystems für Ihr Zuhause. Es nutzt die Außenluft, um Ihr Haus im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Die Funktion der Wärmepumpe basiert auf einem Kreislauf, der umgekehrt werden kann, um Ihr Haus entweder zu heizen oder zu kühlen. Stellen Sie sich eine Wärmepumpe als einen Wärmetransporter vor, der ständig Luft dorthin transportiert, wo sie je nach Jahreszeit benötigt wird oder nicht. Wenn es draußen kalt ist, entzieht eine Wärmepumpe der Außenluft die verfügbare Wärme und überträgt sie nach innen. Wenn es draußen warm ist, kehrt sie die Richtung um und wirkt wie eine Klimaanlage, die Ihrem Haus Wärme entzieht.

Ist eine Wärmepumpe also nichts anderes als eine Klimaanlage? Nein, denn der Hauptunterschied zwischen Wärmepumpen und Klimaanlagen besteht darin, dass eine Wärmepumpe auch heizen kann, während eine Klimaanlage dies nicht kann. Eine Klimaanlage müsste mit einem Heizelement gekoppelt werden, um ein Haus zentral zu heizen und zu kühlen.

Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe 

Wärmepumpen können auf zwei verschiedenen Wärmequellen basieren. Eine Luftwärmepumpe nutzt die Wärme der Luft, um höhere Temperaturen in ein Haus zu pumpen. Sobald sie die Wärme aufgenommen hat, diese auf eine höhere Temperatur komprimiert.

Eine Erdwärmepumpe arbeitet, indem sie Wasser in Rohren durch eine unterirdische Wärmequelle leitet. Das heiße Wasser wird dann durch einen Wärmetauscher geleitet, der die Wärme aus dem Wasser in das Heizungssystem des Hauses leitet.

Beide Wärmepumpen können auch umgekehrt als Kühlsysteme für Ihr Haus funktionieren. Dazu entziehen sie der Luft oder dem unterirdischen Wassergemisch die kühlen Temperaturen, die sie nicht komprimieren, sondern zur Kühlung Ihres Hauses in der wärmeren Jahreszeit nutzen.

Wärmepumpe mit Solarthermie nutzen

Besonders in Bezug auf den Betrieb einer Wärmepumpe ist der Unterschied zwischen einer PV-Anlage und einer Solarthermieanlage entscheidend. Prinzipiell sind beide Systeme in der Lage, eine Wärmepumpe zu betreiben. Je nach individuellen Anforderungen Ihres Zuhauses, wird sich eine der Varianten besser eignen. Pauschal ausgedrückt ist eine Photovoltaikanlage besser zur Erzeugung von Netzstrom für Ihre Haushaltsgeräte geeignet. Die Solarthermie ist dagegen für den Betrieb einer Wärmepumpe optimiert. Inzwischen gibt es Hybridlösungen, nämlich Photothermieanlagen, die das Beste aus beiden Welten bieten. Diese Anlagen erzeugen Netzstrom für Ihr Zuhause und sammeln gleichzeitig die Wärme, welche in Ihren Heim-Wärme-Kreislauf eingespeist wird. Mit einer klassischen Solarthermieanlage können Sie mit einer Kollektorenfläche von ca. 8 qm bis zu 30 % der Energiekosten zum Betrieb der Wärmepumpe einsparen. Doch was kostet eine Wärmepumpe mit Solarthermie durchschnittlich in der Anschaffung? 

  • Wärmepumpe: 10.000 € bis 18.000 €
  • Solarthermie-Anlage: 4.000 € bis 9.000 €

(Angaben für durchschnittlichen Einfamilienhaus, exkl. MwSt., Montage und Vergünstigungen durch Förderungen)

Je nach individuellen, technischen Anforderungen, kann das gesamte System für ein Einfamilienhaus zwischen 14.000 und bis zu 30.000 € kosten. Ihren genauen Preis für eine PV-Anlage können Sie jetzt schnell und transparent mit dem Solarrechner von Selfmade Energy ermitteln. 

E-Mobility für Ihr solares Zuhause: E-Fahrzeuge mit Solarstrom aufladen

Nun sammeln Ihre PV-Module den umweltschonenden Solarstrom, Sie sparen Geld und im Winter genießen Sie ein warmes Zuhause dank Ihrer Wärmepumpe. Doch wie lässt sich der Gedanke eines nachhaltigen, smarten Solar-Zuhauses außerhalb Ihrer vier Wände realisieren? In dem Moment, in dem Sie Ihr Zuhause verlassen, können Sie einen Teil mitnehmen: Ihren zu Hause generierten Strom zum Betrieb Ihrer E-Fahrzeuge. 

E-Auto mit Solarstrom aufladen

Ihr E-Auto laden Sie mithilfe einer Wallbox, welche beispielsweise in Ihrer Garage fixiert ist, ganz einfach von zu Hause aus auf. Die Wallbox fungiert als Ladestation und verwendet zum Betrieb 400 Volt Starkstrom.

Wie lange braucht das Aufladen eines E-Autos?

Gemessen an der Ladeleistung der Wallboxen, brauchen sie, um einen 40-kWh-Akku komplett zu laden, folgende Zeiten:

  • Wallbox (3,7 kW) 11 Stunden
  • Wallbox (4,6 kW) 9 Stunden
  • Wallbox (11 kW) 3 Stunden
  • Wallbox (22 kW) 1,5 Stunden

Sollten Sie Ihr E-Auto mit zusätzlicher Energie versorgen wollen, so können Sie sich einen Solar-Carport anschaffen. Diese sind wie ein herkömmlicher Carport aufgebaut, mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich auf dem Dach Solarmodule befinden, welche direkten Solarstrom für Ihre E-Fahrzeuge liefern.

Bidirektionales Laden für das E-Auto

Das bidirektionale Laden kann je nach Bedarf und Möglichkeiten in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Modi:

Vehicle-to-Grid (V2G)

Dies bedeutet, dass Fahrzeuge mit dem Stromnetz kommunizieren und bei Bedarf Strom liefern. Das bidirektionale Laden ist eine entscheidende Komponente des Stromnetzes der Zukunft und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. V2G-Funktionen ermöglichen das Aufladen der Batterien von Elektrofahrzeugen mit erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie, wenn diese verfügbar sind. Anschließend speist das Elektrofahrzeug Strom aus den Batterien in das Netz ein, um es bei Nichtgebrauch zu ergänzen und Emissionen zu reduzieren. 

Vehicle-to-Home (V2H)

Bei diesem Ansatz kann ein Elektroauto ein Haus oder ein Büro mit Strom versorgen, was besonders bei Stromausfällen hilfreich ist. Außerdem können Haushalte, die zeitabhängige Tarife zahlen, Geld sparen, indem sie den Strom aus der Batterie ihres Elektroautos zu Zeiten mit hohem Energiebedarf nutzen und die Batterie aufladen, wenn die Strompreise niedriger sind. 

E-Bikes und E-Scooter zu Hause laden

Die Akkus Ihrer E-Bikes und E-Scooter können Sie natürlich ebenfalls direkt mit Ihrem erzeugten Solarstrom aufladen. In der Regel verfügen die E-Scooter und E-Bikes über herausnehmbare Akkus, welche Sie ganz einfach mit Ihrem Hausstrom aufladen können. 

So ist es nun vollbracht und Sie haben Ihr gesamtes Zuhause sowie Ihre E-Fahrzeuge unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit Solarstrom ausgestattet. Falls Sie noch nicht in den Genuss einer eigenen PV-Anlage kommen, haben wir eine Empfehlung für Sie: Der Solarrechner von Selfmade Energy vergleicht alle relevanten Angebote, basierend auf Ihren individuellen Anforderungen sowie den besten Kundenbewertungen, damit auch Sie bald die Vorteile des Solarstroms genießen können.

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